Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat noch Geld übrig. Das werden die Schattenhaushälter in Berlin gern hören. Leider dreht es sich nur um einen relativ kleinen Posten: Im laufenden BA-Etat sind 150 Millionen Euro für die Qualifizierung von ungelernten Kurzarbeitern eingestellt - ausgegeben davon sind gerade einmal 21 Millionen.
In der Tat haben bisher erst 16.300 gering qualifizierte Kurzarbeiter die zwangsfreie Zeit dazu genutzt, das "gering" aus ihrem Berufsprofil wegzubekommen. Wenn man die Zahl ins Verhältnis zu den derzeit 1,4 Millionen Kurzarbeitern setzt, zeigt sich das ganze Dilemma: Wenn den Arbeitgebern die Puste ausgeht, stehen die Un- und Angelernten als erste auf der Straße. Einen qualifizierten Fachmann lässt hingegen ein langfristig denkendes Management selbst bei anhaltender Krise ungern ziehen.
Die Zukunft am Arbeitsmarkt hängt wesentlich von der Koooperation zwischen Politik, Agenturen, Gewerkschaften und Betrieben ab. In der ersten Jahreshälfte hat dies noch relativ gut funktioniert und größere Entlassungsaktionen verhindert. Mit dem nahen Winter und den weiter unsicheren Prognosen scheinen sich die Arbeitgeber zunehmend auf Jobabbau statt Kurzarbeit einzustellen.
Die maximal mögliche Länge der Förderung solcher Arbeitszeitverkürzung von inzwischen 24 Monaten wird kaum irgendwo auch nur annähernd ausgeschöpft. Dabei wäre es genau jetzt an der Zeit, in die wichtigste Ressource der exportabhängigen deutschen Wirtschaft zu investieren: In die Qualifikation ihrer Arbeitskräfte. Fortbildung statt Kündigung - das erfordert eine Konzertierte Aktion aller Beteiligten.
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