Kreativ werden müsste sie nun, denn das Ergebnis des zweiten Gipfels zur Erhöhung des Frauenanteils in den Führungspositionen der 30 Dax-Konzerne ist so unbefriedigend wie das letzte. Herausgekommen ist nichts – außer dem vagen Versprechen, über die Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten und Vorständen nachzudenken.
Für Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) markiert dieser Gipfel einen weiteren Tiefpunkt ihres Wirkens als Frauenministerin. Im Bemühen, der Wirtschaft entgegenzukommen, ersann sie die kaum mehr darstellbare Flexiquote, eine „gesetzliche Verpflichtung zur Selbstverpflichtung“. Die Quadratur des Kreises war den Dax-Vorständen offenbar zu kreativ.
Gescheitert ist Schröder allerdings nicht nur an sich selbst. Ursula von der Leyen (CDU) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), die ihr beim Gipfel sekundieren sollten, dachten nicht daran. Vor allem von der Leyen hat eigene Pläne. Sie will die Frauenquote jetzt, und sie hat gute Gründe.
Der Fachkräftemangel ist keine vage Drohung mehr, er ist längst Realität, und Deutschland wird im internationalen Wettbewerb auf das Potenzial einer Hälfte seiner Bevölkerung nicht verzichten können. Versuche mit freiwilligen Selbstverpflichtungen hat von der Leyen zudem schon hinter sich.
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.
Am 31. Mai diskutiert FR-Redakteur Tobias Schwab mit Fernsehköchin Sarah Wiener und weiteren Gästen das Thema "Wer verdient am Kaffee?"
Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.