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Kommentar zum Genmais: Das Volk murrt

Auch die Esskultur ist in Gefahr. Aber noch ist es nicht zu spät, um dieser laxen Handhabung einen Riegel vorzuschieben. Von Stephan Börnecke

Stephan Börnecke ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Stephan Börnecke ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: fr

Natürlich kann man sagen: Was sind schon Spuren? Das seien doch Mengen gentechnisch veränderter Konstrukte, die überhaupt erst dank verfeinerter Analytik nachgewiesen könnten. Und da sie obendrein, wenn auch nicht in der EU, so doch im Erzeugerland genehmigt sind, könne man sie getrost vernachlässigen.

Doch so einfach ist das nicht. Die Spuren, ob von ihnen nun eine Gefährdung für Gesundheit und Umwelt ausgeht oder nicht, sind Indikatoren für einen bisweilen erschreckend verharmlosenden Umgang mit den Inhaltsstoffen von Nahrungsmitteln und sind eindeutige Indizien, dass eine global agierende Agrar- und Ernährungsindustrie die Ansprüche des Verbrauchers mit Füßen tritt.

Wenn eine Mehrheit der Bevölkerung keine Gentechnik im Essen will, dann müssen die Erzeuger danach handeln. Hier nicht zu intervenieren, hieße, legitime Verbraucherwünsche zu ignorieren. Denn die Warenströme lassen sich trennen. Die Industrie scheut lediglich, die Kosten für eine Technik zu tragen, die sie selbst unters Volks bringen will. Das Volk aber murrt, und zwar zurecht.

Die Absicht, die hinter einer Aufweichung der Gentechnik-Praxis steht, ist klar: Die Konzerne wollen die angeblich nicht abwendbare Verbreitung der Gentechnik schleichend durchdrücken. Nach dem Motto: Wozu die Aufregung um die Gentechnik im Essen und im Tierfutter, sie ist doch überall ohnehin vorhanden.

Noch aber ist es nicht zu spät, um dieser laxen Handhabung, die eine latente Gefahr für Gesundheit, Umwelt und auch unserer (Ess-)Kultur bedeutet, einen Riegel vorzuschieben.

Autor:  Stephan Börnecke
Datum:  3 | 8 | 2009
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