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Kommentar zum Krankenkassen-Überschuss: Macht die Kassen krisenfest

Ein kleiner Überschuss richtet noch nichts gegen die grundsätzlichen Probleme im Gesundheitssystem aus - zu leicht werden die hektischen Sparmaßnahmen und Steuerzuschüsse vergessen.

Junge beim Kinderarzt (Archivbild). Foto: dapd

Die Krankenkassen schwimmen im Geld. Eine erfreuliche Nachricht nach Jahren, in denen die Politik mit hastig geschnürten Rettungspaketen das Überleben der gesetzlichen Krankenversicherung sicherte. Häme, Hohn und Spott wurde den Krankenkassen zuteil. Nun ist das alte System, das schon so manche Krise überstanden hat, wieder obenauf.

Dank des Beschäftigungsaufschwungs und der Gesundheitsreformen haben die gesetzlichen Krankenversicherungen Milliarden angesammelt, die nicht sofort benötigt werden. Doch es wäre verkehrt, das Geld flugs auszugeben – sei es, indem sich die Leistungserbringer, Mediziner, Krankenhäuser, Apotheken oder Pharmahersteller, übermäßig an diesem Schatz bedienen dürfen, sei es, dass der Gesundheitsminister die Krankenkassen auffordert, das Geld den Mitgliedern auszuzahlen.

Besser ist es, die Situation zu nutzen, um langfristig die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenkassen zu sichern. Allzu leicht wird vergessen, dass noch 2009 und 2010 hektisch mit Steuerzuschüssen, Sparmaßnahmen in Arztpraxen und Kliniken, sowie Kürzungen von Arzneiausgaben auf die Folgen der Wirtschaftskrise reagiert werden musste. In der europäischen Schuldenkrise ist die Konjunktur-Lage nicht sicherer geworden. Die anscheinend überschüssigen Milliarden könnten noch gebraucht werden.

Autor:  Daniel Baumann
Datum:  14 | 2 | 2012
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