Gibt es eine Rettung für Opel? Diese Frage ist noch nicht zu beantworten. Dafür ist aber spätestens jetzt klar, dass die Zukunft des traditionsreichen Autobauers bis auf weiteres ins Zentrum des schwarz-roten Wahlkampfes gerückt ist.
Union und SPD führen ein regelrechtes Hase-und-Igel-Spiel auf; und einiges spricht dafür, dass die Berliner Profilierungsshow mit Gastspielen in Rüsselsheim und auf anderen Provinzbühnen noch Wochen anhalten wird.
Die Bundeskanzlerin hat gestern vor gut 3000 Opelanern eine Rede gehalten. Tagelang war zuvor darüber spekuliert worden, ob Angela Merkel den brisanten Termin womöglich absagen werde.
Natürlich kam sie. Denn sonst hätte sie jenen Kritikern in der großen Koalition Munition geliefert, die seit längerem munkeln, dass die Union Opel ja gar nicht helfen wolle - auf jeden Fall nicht so beherzt wie die SPD.
Und was für ein Zufall: Keine 24 Stunden bevor die CDU-Kanzlerin ihren Auftritt in Rüsselsheim hat, legt ihr SPD-Vize vor. Es muss etwas geschehen, verlangt Frank-Walter Steinmeier und nennt Stichworte, die Handlungseifer suggerieren sollen: eine "Task Force" für Opel soll gebildet werden (im Kanzleramt natürlich); "sofort" müsse mit Washington verhandelt werden; ein staatlicher Einstieg beim Autobauer sei geboten.
Ja, Wahlen stehen an. Ja, die SPD ärgert sich über den smarten Herrn zu Guttenberg, der in Sachen Opel zaudert, mit Informationen geizt und obendrein noch die Sympathie-Rankings hochklettert.
Aber mit Aktionismus und verfrühten Heilsversprechen sollte man sich zurückhalten; auch im Wahlkampf und gerade mit Rücksicht auf die Betroffenen. Merkel hat dies gestern beherzigt.
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