Mit dem lang angekündigten Zukunftskonzept für Opel und die britische Schwester Vauxhall bleibt ein zentraler Punkt für das Gelingen der Sanierung nebulös: die Finanzierung. Die Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM) selbst will derzeit keinen zusätzlichen Cent herausrücken, setzt auf staatliche Hilfe europäischer Regierungen und einen finanziellen Beitrag der Belegschaft. Gleichzeitig kündigt sie ein immerhin elf Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm bis Ende 2014 für eine Produktoffensive an. Woher das Geld kommen soll, ist unklar.
Selbst wenn die Regierungen in den Opel-Ländern sich zu staatlichen Hilfen von 2,7 Milliarden Euro bereiterklären und die Arbeitnehmer finanzielle Opfer von etwa 1,3 Milliarden Euro erbringen sollten, kann dieses Geld nicht mehrmals ausgegeben werden. Allein die Kosten für den geplanten Stellenabbau beziffert das Management selbst mit einer Milliarde Euro. Überdies gibt es die Staatshilfe nicht geschenkt, sondern sie muss mit meist hohem Zins in einem überschaubaren Zeitraum zurückgezahlt werden, sonst ernten die Politiker massive Schelte der Steuerzahler, die auch Wähler sind.
Das Opel-Management hat sich zwar zum Ziel gesetzt, 2011 die Verlustzone zu verlassen und 2012 einen bescheidenen Gewinn zu erwirtschaften. Aber das ist nicht gesichert. Die Regierungen und die Arbeitnehmer sind gut beraten, das Zukunftskonzept für Opel peinlichst zu prüfen und vor allem auch die Muttergesellschaft stärker in die Pflicht zu nehmen. Eigentum verpflichtet. GM wollte Opel ja unbedingt behalten, obwohl in Magna ein anderer Investor zur Verfügung stand.
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