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Kommentar zur Commerzbank: Staat sieht zu

Schon zweimal ist der Commerzbank-Chef grandios gescheitert - doch die Devise heißt weiterwurschteln, denn der Staat hat sich kein Mandat im Aufsichtsrat gesichert. Nun muss er tatenlos zusehen, bis die Commerzbank wieder Geld der Steuerzahler braucht.

Banktürme der Commerzbank (Archivbild).
Banktürme der Commerzbank (Archivbild).
Foto: dpa

Weiterwurschteln! So lautet die Antwort des Aufsichtsrats auf die Existenzkrise der Commerzbank. Wer von der Krisensitzung des Gremiums mehr erwartet hatte, als die Bekanntgabe des neuen Finanzchef, wurde enttäuscht. Ja, er musste enttäuscht werden. Denn das traurige Bild, das die Commerzbank abgibt, ist die Folge schlechter Unternehmensführung.

Schon zweimal ist Commerzbank-Chef Martin Blessing grandios gescheitert. Die Übernahme der Dresdner Bank war ein Fehler, weil sie außer Altlasten aus dem Kapitalmarktgeschäft keinerlei Ergänzung brachte und nur die strukturellen Probleme der Bank vervielfachte. Mit der Teilrückzahlung der Staatshilfen schoss er über das Ziel hinaus. Hätte Blessing die Einnahmen aus der Kapitalerhöhung überwiesen, stünde das Institut heute stabiler da. Doch stattdessen löste er zusätzlich rund drei Milliarden Euro an Reserven auf, die nun fehlen.

Höchste Zeit eigentlich, dass der Aufsichtsrat personelle Konsequenzen zieht. Doch davor muss Blessing sich nicht fürchten, denn an der Spitze des Aufsichtsrats sitzt sein Vorgänger und Ziehvater Klaus-Peter Müller. Er ist für die Übernahme mitverantwortlich. Auch der Staat verzichtete bei seinem Einstieg auf ein Mandat im Aufsichtsrat, weil er dachte, die Privatwirtschaft kann es besser. Nun muss er tatenlos zusehen, bis die Commerzbank wieder Geld der Steuerzahler braucht.

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Autor:  Anna Sleegers
Datum:  3 | 12 | 2011
Kommentare:  1
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