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Kommentar zur Deutschen Bahn: Klimakiller

Die DB will wegen der aktuellen Flaute massiv Stellen kappen und Güterbahnhöfe schließen. Aus Umwelt- und Klimaschutzgründen ist das Vorhaben genauso problematisch wie aus arbeitsmarktpolitischer Sicht. Von Thomas Wüpper

Thomas Wüpper ist Wirtschaftskorrespondent der FR in Berlin.
Thomas Wüpper ist Wirtschaftskorrespondent der FR in Berlin.
Foto: FR

Man muss es immer wieder betonen: Was gut ist für die Deutsche Bahn, ist nicht zwangsläufig gut für den Schienenverkehr und den Standort Deutschland. Aktuell zeigt sich dieser Webfehler der Bahnreform im Güterverkehr auf der Schiene. Da herrscht derzeit Flaute, die DB will deshalb massiv Stellen kappen und Güterbahnhöfe schließen. Betriebswirtschaftlich mag das sinnvoll sein. Denn besonders mit Blick auf den weiter geplanten Börsengang bringt der Kahlschlag kurzfristig höhere Erträge. Aus Umwelt- und Klimaschutzgründen aber ist das Vorhaben ebenso problematisch wie aus arbeitsmarktpolitischer Sicht.

Denn schon im nächsten Jahr erwartet die Logistikbranche wieder kräftiges Wachstum. Schon bald könnten die Schienenkapazitäten fehlen, die jetzt unausgelastet sind und gekappt werden sollen. Dann drohen noch mehr Staus auf den Straßen und eine noch höhere Klimabelastung. Das wäre fahrlässig.

Verantwortungsvolle Verkehrspolitik muss den Transport auf der Schiene in den Mittelpunkt stellen. Ohne Wenn und Aber. Daran führt schon aus Klimaschutzgründen kein Weg vorbei. In Kopenhagen hat die internationale Politik auf dem Gipfel erneut versagt.

Wenigstens im emissionsträchtigen Güterverkehr könnten Brüssel und Kanzlerin Angela Merkel das Desaster begrenzen - indem der Verlagerung von Fracht auf die Bahn endlich oberste Priorität eingeräumt würde. Dann hätten sich die fragwürdigen Streichpläne der Deutschen Bahn schnell von selbst erledigt.

Autor:  Thomas Wüpper
Datum:  4 | 1 | 2010
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