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Kommentar zur Deutschen Bank: Die unverschämte Show geht weiter

Zweimal legt Ackermann diese Woche Zeugnis ab, dass er überhaupt nichts gelernt hat. Der Chef der Deutschen Bank ist kein krasser Außenseiter. Er redet und handelt so, wie es alle großen Bankmacher tun. Von Robert von Heusinger

Robert von Heusinger ist stellvertretender Chefredakteur und Wirtschaftschef der DuMont-Redaktionsgemeinschaft.
Robert von Heusinger ist stellvertretender Chefredakteur und Wirtschaftschef der DuMont-Redaktionsgemeinschaft.
Foto: FR

Zweimal hat Josef Ackermann diese Woche Zeugnis abgelegt, dass er überhaupt nichts gelernt hat. Erst versprach der Chef der Deutschen Bank seinen Aktionären zehn Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2011. Dann versprach er seinen Investmentbankern in London, dass sie nicht unter der Sondersteuer zu leiden haben werden.

Zur Not schröpft er lieber die Aktionäre, um damit die Sondersteuer unschädlich zu machen. Damit verrät der Manager ganz nebenbei, wer die eigentlichen Herren in den Investmentbanken sind. Nein, nicht die Eigentümer.

Spezial: Banken

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Jetzt ist es leider nicht so, dass Ackermann ein ganz krasser Außenseiter wäre. Im Gegenteil: Er ist nicht nur einer der mächtigsten Banker weltweit, sondern auch einer der einflussreichsten, steht er doch der internationalen Vereinigung IIF vor. Ackermann redet und handelt so, wie es alle großen Bankchefs tun.

Und überall, ob in den USA, der Schweiz oder hierzulande wächst der Unmut in der Bevölkerung über die Ignoranz - oder ist es Dreistigkeit? Dass der Steuerzahler die Banken retten musste, geschenkt. Dass die Staatsschulden wegen der Finanzkrise ins Uferlose wachsen und durch Kürzungen bei den Sozialleistungen bezahlt werden müssen, na und?

Dass die Wirtschaftskrise Folge der Finanzkrise ist, die zig Millionen Karrieren zerstört, Arbeitslosigkeit und Armut provoziert, was soll’s? Hauptsache die Show geht weiter, Hauptsache das Casino bleibt geöffnet, die Investmentbanker verdienen weiter so unverschämt wie bisher.

Und wenn man dann sieht, wie vorsichtig die Regulierer mit strengeren Regeln sind, dann wünscht man sich die erneute Verschärfung der Krise. Das war, bei allem Leid in der großen Rezession, dann doch in den 30er Jahren besser.

Damals hatte die Politik noch nicht die keynesianischen Rezepte zur Rettung der Wirtschaft, weshalb der Crash ungleich stärker und die Folgen für die Menschen viel brutaler waren.

Aber auch die Wut auf die Banker war viel größer, genau wie die Einsicht, dass die Spekulation unterbunden werden müsse. Das hat die Politiker zu harten Gesetzen veranlasst und die Macht der Banker geschwächt, abzulesen an einem kräftigen Einbruch bei den Gehältern der Wall-Street-Banker in den 40er Jahren.

Erst Ende der 90er Jahre schossen die Gehälter dank Boni und Aktienoptionen wieder auf Niveaus wie Anfang der 30er. Sie müssen wieder sinken.

Autor:  Robert von Heusinger
Datum:  18 | 12 | 2009
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