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Kommentar zur Mindestlohnvereinbarung: Kleiner Schritt

Natürlich ist die Lohn-Vereinbarung für die Handwerker nicht so bedeutsam wie etwa ein Abschluss in der mächtigen Metallindustrie. Man darf sie aber auch nicht unterschätzen. Von Eva Roth

Eva Roth ist Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Eva Roth ist Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Die Branche ist klein, gerade mal 140.000 Beschäftigte arbeiten im Maler- und Lackiererhandwerk. So gesehen könnte man sagen: Was juckt mich ein Tarifabschluss für die paar Leute? Der ist doch für die Gesamtwirtschaft überhaupt nicht relevant.

Natürlich ist die Lohn-Vereinbarung für die Handwerker nicht so bedeutsam wie etwa ein Abschluss in der mächtigen Metallindustrie. Man darf sie aber auch nicht unterschätzen.

So haben die Arbeitgeber in der immer noch großen Baubranche in der letzten Tarifrunde auf das Malerhandwerk gezeigt und geklagt: Schaut her, die machen oft die gleichen Arbeiten wie wir - nur die Löhne sind viel, viel niedriger als bei uns. Das ist unfair und verschafft uns Wettbewerbsnachteile! Deswegen wollen wir auch so niedrige Löhne! Kurzum: Das niedrige Entgeltniveau in der kleinen Malerbranche hat die Einkommen in der großen Baubranche unter Druck gesetzt und den Gewerkschaften das Geschäft erschwert.

Die jetzt vereinbarte stattliche Erhöhung der Mindestlöhne sorgt immerhin dafür, dass die Kluft bei den Entgelten für Hilfsarbeiter am Bau und in Malerbetrieben deutlich geringer wird. Vorausgesetzt natürlich, der Arbeitsminister stimmt den neuen Untergrenzen zu. Damit ist der Lohnwettbewerb beileibe nicht gelöst. Denn Hilfsarbeiter sind in Malerbetrieben klar in der Minderheit. Aber es ist ein erster, kleiner Schritt weg vom Wettbewerb über Lohndumping. Weil künftig ein einheitlicher Maler-Mindestlohn gilt, wird es auch für Ost-Betriebe schwieriger, sich mit Niedriglöhnen einen Vorteil zu verschaffen. Gut so.

Autor:  Eva Roth
Datum:  17 | 7 | 2009
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