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Kommentar zur Post: Fatales volkswirtschaftliches Signal

Die Post ist dabei, mit einen rigiden Sparregime und Servicelücken viel Kredit zu verspielen. Aus der Krise aber wird nur gestärkt hervorgehen, wer mit Service glänzt. Von Tobias Schwab

Tobias Schwab ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Tobias Schwab ist Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: fr

Imagekampagnen und Innovationsoffensiven sehen anders aus. Die Deutsche Post arbeitet engagiert daran, Kunden und Beschäftigte vor den Kopf zu stoßen. Eine reduzierte Zustellung in den Sommerwochen, verspätet ausgelieferte Briefe, die Drohung mit Mehrarbeit für Postboten, schließlich die Forderung nach einem Verzicht auf bereits vereinbarte Lohnerhöhungen.

Natürlich, auch die Post bekommt die Rezession zu spüren. Im Briefgeschäft - bislang der kapitale Gewinnbringer des immer noch Quasi-Monopolisten - macht sich das vor allem bemerkbar. Die Briefsparte ist zwar immer noch das lukrativste Geschäft des Konzerns.

Dennoch müssen die jüngsten Zahlen ernst genommen werden. In den ersten sechs Monaten bilanzierte die Post in dieser Sparte einen Ergebnisrückgang von rund 30 Prozent.

Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Krise hilft da nicht weiter. Der Brief wird´s nicht mehr bringen. Das Sendungsaufkommen vergangener Jahre ist passé. Weil die E-Mail - anders als Telefon oder Fax - den klassischen Brief zunehmend ersetzt. Die Post, so Vorstandsboss Frank Appel selbstkritisch, habe diese Entwicklung unterschätzt. Verschlafen, könnte man auch sagen.

Wo bleibt zum Beispiel der mehrfach angekündigte "sichere E-Mail-Brief", an dem die Post bastelt? Das Produkt, so Vorstand Jürgen Jürgen Gerdes, solle die "Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit, die der Kunde mit dem Namen Post verbindet", ins Netz transferieren.

Stattdessen aber ist der Konzern gerade dabei, mit einen rigiden Sparregime und Servicelücken Kredit zu verspielen. Aus der Krise aber wird nur gestärkt hervorgehen, wer mit Service glänzt. Dafür braucht es moderne, konkurrenzfähige Produkte und hochmotivierte Beschäftigte. Wenn die jetzt auf ein bereits vereinbartes Gehaltsplus von drei Prozent verzichten sollen, kommt das einem gezielten Demotivationsprogramm gleich.

Es wäre zudem ein fatales volkswirtschaftliches Signal, wenn die Post - bei der der Bund via KfW immerhin noch Großaktionär ist - den Lohn kappen und damit der Binnenkonjunktur einen Bärendienst erweisen würde.

Autor:  Tobias Schwab
Datum:  2 | 9 | 2009
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