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Kommentar zur Rohstoffsteuer: Rezept gegen die Holländische Krankheit

Australiens Vorhaben, eine 40-prozentige Sondersteuer auf Rohstoffgewinne zu erheben, ist richtig und klug. Richtig wegen des Umweltschutzes, klug aufgrund der Steuersenkungen. Von Jakob Schlandt

Jakob Schlandt ist Wirtschaftsredakteur der Dumont-Redaktionsgemeinschaft.
Jakob Schlandt ist Wirtschaftsredakteur der Dumont-Redaktionsgemeinschaft.
Foto: FR

Australiens 22 Millionen Einwohner machen ungefähr 0,3 Prozent der Weltbevölkerung aus. Aber dort werden 16 Prozent aller Eisenerze aus dem Boden geholt und knapp zehn Prozent der global benötigten Kohle gewonnen.

Für Uran liegt der Marktanteil sogar bei knapp einem Viertel. Das ist seit einigen Jahren ein großartiges Geschäft. Denn die leicht ausbeutbaren Vorkommen werden immer knapper und die Preise ziehen kräftig an.

Australiens Vorhaben, eine 40-prozentige Sondersteuer auf Rohstoffgewinne zu erheben, ist richtig und klug. Richtig ist sie, weil die mit Umweltverschmutzung und Zerstörung ganzer Landstriche einhergehende Ausbeutung der Ressourcen nicht nur den Aktionären der Bergbaukonzerne zugutekommen sollte. Klug ist der Plan, weil die Milliardeneinnahmen vor allem für Steuersenkungen zugunsten der anderen australischen Firmen genutzt werden.

Denn sie drohen selbst mit den so generierten Steuerentlastungen dramatisch an internationaler Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Australien ist durch die Rohstoffhausse hoch anfällig für die sogenannte Holländische Krankheit. Das ist ein Phänomen, das in den Niederlanden der 60er Jahren beobachtet wurde.

Dort waren riesige Gasvorkommen entdeckt worden. Die Exporteinnahmen schossen in die Höhe, die Währung wertete drastisch auf. Das ruinierte die produzierende Industrie, die auf dem Weltmarkt keine konkurrenzfähigen Preise mehr bieten konnte.

Australiens Super-Profit-Steuer ist deshalb nicht nur gerecht, sie ist auch ökonomisch notwendig.

Autor:  Jakob Schlandt
Datum:  3 | 5 | 2010
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