Die privaten Vermögen in Deutschland sind höchst ungleich verteilt. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich haben in vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Und sie werden sich, wenn kein Wunder in Form eines politischen Gegensteuerns passiert, in den nächsten Jahren noch verschärfen.
Diese Erkenntnisse der Verteilungsforscher sind weitgehend unbestritten. Das DIW hat nun mit einer erweiterten Studie neue Informationen vorgelegt, die auf einen stabilisierenden Faktor im System hinweisen. Dies ist die gesetzliche Rente, oft verschmäht und angefeindet. Dabei sorgt gerade die öffentliche Alterssicherung für einen gewissen Ausgleich.
Allerdings sind die Schlussfolgerungen aus der DIW-Untersuchung mit Vorsicht zu genießen, worauf die Autoren selbst hinweisen. Es macht einen Unterschied, ob jemand 50 000 Euro zur freien Verfügung auf dem Bankkonto liegen hat oder ob er in dieser Höhe Forderungen an die Rentenkassen geltend machen kann.
Nicht nur kann er diese Ansprüche nicht verkaufen. Er ist auch auf sie angewiesen, um nach dem Berufsleben über die Runden zu kommen. Vielfach reicht das scheinbare Vermögen in Form von geleisteten Rentenzahlungen gerade, um ein Absinken auf Hartz-IV-Niveau knapp zu vermeiden.
Mit den Rentenansprüchen sinkt der Gini-Koeffizient, der wichtigste Maßstab für die Ungleichverteilung, bei einer Skala von null bis eins von 0,8 auf 0,6 Punkte. Dies hellt das Bild aber nur auf den ersten Blick auf. Rentenansprüche sind kein echtes Vermögen. Sie wurden daher mit guten Gründen in den bisherigen Studien nicht berücksichtigt.
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