Der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten hat Konjunkturexperten und Börsianer wieder einmal überrascht. Zwar betrug die Arbeitslosenrate im Dezember wie im Vormonat zehn Prozent. Die US-Wirtschaft baute aber 85000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft ab, wie das Arbeitsministerium am Freitag berichtete. Viele Analysten hatten erwartet, dass die Beschäftigung mehr oder weniger unverändert bleibt. Daher enttäuschten die Job-Zahlen an der Aktienbörse.
Wie schwer die Lage einzuschätzen ist, zeigt die Korrektur der Daten für den Monat November. Demnach wurden 4000 Arbeitsplätze geschaffen statt 11000 Stellen abgebaut.
Im Dezember zählte das Ministerium 15,3 Millionen Arbeitslosen verglichen mit 7,7 Millionen zu Beginn der Rezession im Dezember 2007.
Darüber wie es in Euroland aussieht, berichtete die Statistikbehörde Eurostat. Die Arbeitslosenrate kletterte von 9,9 Prozent im Oktober auf 10,0 Prozent im November. Das war die höchste Quote seit August 1998. Eurostat schätzt, dass im November 15,7 Millionen Frauen und Männer in den 16 Ländern arbeitslos waren, gut drei Millionen mehr als vor Jahresfrist. Dezember-Daten liegen noch nicht vor.
Eine erfreuliche Nachricht kam zum Wochenausklang aus dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Demnach wurden im November Waren im Wert von 73,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 56,3 Milliarden importiert. Die kalender- und saisonbereinigten Ausfuhren stiegen gegenüber Oktober um 1,6 Prozent - das ist das dritte Plus in Folge. Die Einfuhren sanken dagegen um 5,9 Prozent. "Der Exportmotor springt langsam wieder an", freut sich der Außenhandelsverband BGA über die Ausfuhrdaten. Die Erholung führt er vor allem auf die Nachfrage der Schwellenländer Asiens zurück. Das starke Importminus zeige aber, dass sich immer noch große Teile der hiesigen Wirtschaft "im Leerlauf befinden". Auch für die Commerzbank-Volkswirte deutet die Abnahme der Einfuhr auf eine schwache Inlandsnachfrage hin.
Die Ökonomen der Bank gehen wegen des zuletzt stark gestiegenen Handelsüberschusses gleichwohl weiter davon aus, dass das deutsche BIP im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal noch einmal ähnlich kräftig gewachsen ist wie im dritten Quartal, als es um 0,7 Prozent zugelegt hatte.
Dies werde auch durch den Anstieg der Produktion im produzierenden Gewerbe um 0,7 Prozent gegenüber Oktober gestützt, meinen die Experten. Die Produktion konnte damit einen Teil des Rückgangs von revidiert 1,7 Prozent im Oktober aufholen.
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