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31. Januar 2016

Kontonummer : Warum ist die Iban eigentlich so lang?

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Ab heute ist die neue Kontonummer Pflicht.  Foto: dpa

Kein Pardon für Bankkunden: Ab heute ist es Pflicht, bei Überweisungen die IBAN-Nummer anzugeben. Wer sich verschreibt, muss damit rechnen, dass das Geld weg ist.

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Sie zählt imposante 22 Stellen und wird deshalb auch als „Iban, die Schreckliche“ verspottet. Die Rede ist von der neuen Kontonummer, die 2014 mit einer Übergangsfrist für Privatpersonen eingeführt worden ist. Ab heute ist sie für alle Bankkunden Pflicht. Wer sie nicht nutzt, läuft Gefahr, dass seine Aufträge nicht mehr bearbeitet werden.

Warum wurde die Iban eingeführt?
Die International Bank Account Number (Iban) soll schnelle und kostengünstige Geldtransfers innerhalb von Europa ermöglichen. Daher mussten Unternehmen, Vereine und der Staat sie schon seit August 2014 anwenden. Privatleute hatten die Wahl. Sie konnten ihre Zahlung traditionell mit Kontonummer und Bankleitzahl erledigen. Eine Minderheit nutzt laut Bundesbank bis heute diese Möglichkeit. Die Kreditinstitute wandelten für sie automatisch die alten Daten in die neue Iban um. Diesen Service dürfen die Banken ab heute nicht mehr anbieten. Sie können nur noch Aufträge mit Iban abwickeln. Der freiwillige Dienst zur Konvertierung in Iban entfällt.

Was passiert, wenn jemand doch noch die alte Kontonummer in das Überweisungsformular einträgt?
Im Internet wird das nicht möglich sein. Bei Onlineüberweisungen erscheint das zweite Feld für die traditionelle Bankverbindung nicht mehr, nur noch der Kasten für die Iban. Anders sieht es bei den alten Formularen aus Papier aus. Verbraucherschützer raten, diese wegzuwerfen. „Verbraucher müssen nun bei Überweisungen besonders aufpassen“, sagt Experte Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. „Die Banken werden die Aufträge mit den alten Kontonummern vom 1. Februar nicht mehr ausführen.“ Allerdings werden die Institute ihre Klientel nicht allein lassen. Entweder sie helfen direkt beim Ausfüllen oder sie schreiben die Kunden mit fehlerhaften Aufträgen an. Das führt zu Verzögerungen. Je nachdem können die Betroffenen so Zahlungsfristen versäumen.

Warum ist die Iban so lang?
So schlimm sei die Kolonne aus 22 Ziffern und Buchstaben gar nicht, meint Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband deutscher Banken. Sobald man die Logik verinnerlicht habe, verliere sie ihren Schrecken. Dies erklärt die Bundesbank am Beispiel dieser Iban: DE22 10010050 0123456789. Die ersten beiden Buchstaben zeigen die Länderkennung an. Es folgt eine zweistellige Prüfziffer, die vor Zahlendrehern schützen soll. Auf den nächsten acht Feldern folgt die vertraute Bankleitzahl. Auf den verbleibenden zehn Stellen schließt sich die alte Kontonummer an. Ist die zu kurz, wird von vorne mit Nullen aufgefüllt, bis die 22 Stellen voll sind. Die Deutschen haben noch Glück gehabt. In anderen Ländern umfasst die Iban 34 Stellen.

Wer haftet für Zahlendreher?
Ganz klar: der Bankkunde. Macht er falsche Angaben und landen seine 3000 Euro auf einem anderen Konto, kann er sich das Geld nicht bei der Bank oder Sparkasse zurückholen. „Banken müssen seit 2009 nicht mehr prüfen, ob die Kontonummer zu dem angegebenen Namen passt“, sagt Verbraucherschützer Pauli. „Der Verbraucher trägt die Kosten und das Risiko, wenn er in einer Überweisung eine falsche Kontonummer angibt.“ Die Banken müssen zwar bei der Suche nach dem falsch verschickten Geld helfen. Die Kosten dafür aber können sie sich erstatten lassen. Und einer Zahlungsgarantie unterliegen sie nicht.

Wie groß ist die Gefahr von falschen Überweisungen?
Klein und mit der Iban geringer als vorher. Denn mit der neuen Kontonummer korrespondieren die Kontodaten mit der dazu passenden Prüfziffer. Hat jemand hinten falsche Zahlen angegeben, kommt es in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle nicht zu einer Überweisung.

Gibt es auch Erleichterungen?
Ja, bei grenzüberschreitenden Überweisungen in großen Teilen Europas muss vom 1. Februar niemand mehr die neue Bankleitzahl Bic (Business Identifier Code) angeben. Die Iban reicht. Dies gilt für Zahlungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Zu dem gehören alle EU-Staaten, Island, Lichtenstein und Norwegen. Die Schweiz ist nicht dabei. Auch bei Zahlungen etwa in die Vereinigten Staaten ist die Bic weiter erforderlich.

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