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23. Februar 2012

Korruption im Gesundheitswesen: Betrug auf Rezept

 Von Stefan Sauer
Für 2005 schätzte das Anti-Korruptionsnetzwerk EHFCN den Schaden alleine in Deutschland auf 13,5 Milliarden Euro.  Foto: imago stock&people

Korruption ist im milliardenschweren Gesundheitssektor weit verbreitet. Über die Höhe des dadurch entstehenden Schadens gibt es nur vage Schätzungen. Leidtragende sind die Krankenkassen und damit auch die gesetzlich Versicherten.

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Der Markt ist riesig, der Gesamtumsatz gigantisch und die Versuchung groß, sich auf illegale Weise zu bereichern. Im deutschen Gesundheitssektor arbeiten mittlerweile mehr als 4,5 Millionen Menschen, der Jahresumsatz übertrifft die 250-Milliarden-Euro-Marke. Über die Höhe des Schadens, der durch Betrug und Korruption entsteht, existieren allenfalls vage Schätzungen. Das europäische Anti-Korruptionsnetzwerk EHFCN bezifferte die Schadenssumme im EU-Gesundheitssektor schon 2005 auf 56 Milliarden Euro, wovon 13,5 Milliarden Euro Deutschland zugerechnet wurden. Verlässliche Statistiken über die bundesweit aktenkundigen Betrugsfälle aber fehlen.

Krankenkassen als Leidtragende

Dabei wäre das öffentliche Interesse vermutlich groß. Schließlich handelt es sich bei den Geschädigten in fast allen Fällen um die Krankenkassen und somit um die gesetzlich versicherten Beitragszahler. Ein wenig Licht in das dunkle Geschehen bringt alljährlich die KKH Allianz, die 2001 als erste deutsche Krankenkasse ein eigenes Ermittlerteam aufstellte, um Betrug und Korruption aufzudecken. Im vergangenen Jahr kamen 589 neue Fälle hinzu, bei denen ein Schaden von knapp einer Million Euro entstand. Im Jahr zuvor waren es sogar 949 Fälle mit einer Schadenssumme von über zwei Millionen Euro gewesen. Insgesamt hat die KKH Allianz, mit rund 1,8 Millionen Versicherten eine Kasse mittlerer Größe, bis heute fast 10.000 illegaler Vorgänge aufdecken können.

In vielen Fällen handelt es sich um Abrechnungsbetrug mit sogenannten Luftrezepten, bei denen Ärzte und Apotheker Medikamente bei den Kassen abrechnen, die gar nicht verabreicht wurden.

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