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06. Juni 2012

Kreditkarten-Betrug: Datenklau per Smartphone

Die Angst vor Datenmissbrauch ist bei Kreditkarten besonders groß.  Foto: dpa

Kreditkarten sollen das Leben leichter machen. Das kontaktlose Bezahlen im Geschäft weist, laut einem Fernsehbericht, jedoch gravierende Sicherheitslücken auf. Mit einem Smartphone lassen sich empfindliche Daten auslesen - und für Onlinekäufe nutzen.

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Die mit der neuen Funktechnik NFC (Near Field Communication) ausgestatteten Visa- und Master-Kreditkarten weisen nach einem Fernsehbericht gravierende Sicherheitsmängel auf. Wie das ARD-Magazin „Report München“ nachweist, kann per Funk auf Kreditkartennummer und Verfallsdatum zugegriffen werden.

Ein Sicherheitsexperte las mit seinem Handy aus weniger als vier Zentimeter Nähe Kreditkartennummer sowie Ablaufdatum aus. Damit konnten Waren im Internet bestellt werden. Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hält es für erschreckend, dass es möglich ist „unwissenden Bürgern die Daten so leicht aus der Tasche zu ziehen“. Feck fordert eine Verschlüsselung der Daten und sofortige Aufklärung der Verbraucher über die neue Funktechnik.

Beide Unternehmen räumten ein, dass die Daten in einem Abstand von bis zu vier Zentimeter ausgelesen werden können. Allerdings könne der dreistellige Sicherheitscode auf der Rückseite der Karte nicht per Funk belauscht werden. Deswegen seien die neuen Karten sicher. In einer Stichprobe des Magazins bei Online-Händlern wurde dieser Code aber nicht immer abgefragt.

Visa und Mastercard sehen keine Sicherheitslücke

Die Kreditkarten-Firmen Visa und Mastercard haben den Bericht über Sicherheitslücken zurückgewiesen. Die vom ARD-Politikmagazin „Report München“ vorgebrachte Kritik sei bereits seit Jahren bekannt, sagte ein Sprecher von Mastercard Deutschland am Dienstag auf Anfrage. „Das ist ein rein theoretisches Modell, das nicht geeignet ist, missbräuchliche Transaktionen zu Lasten von Verbrauchern durchzuführen.“ Allein 1,2 Millionen Mastercard-Kunden in Deutschland nutzten die kritisierten modernen Karten mit NFC-Funktechnik, es seien aber keine Probleme bekannt.

Karten mit der NFC-Technik sind mit Mini-Funkchips ausgestattet. Bei Visa heißt die Technik „Pay Wave“, bei Mastercard „Pay Pass“. Kunden können berührungslos zahlen, indem sie die Kreditkarte oder ihr Portemonnaie mit der Karte darin dicht über ein entsprechendes Lesegerät halten. Ein Teil der Daten wird dabei verschlüsselt übertragen, ein anderer Teil aber nicht: die Nummer und das Verfallsdatum der Kreditkarte. Diese Daten lassen sich beispielsweise mithilfe eines Smartphones ablesen.

Denkbar wäre etwa, dass Kriminelle in vollen Zügen oder Bussen auf diese Weise Daten abfangen - und dann zu Onlineeinkäufen nutzen. Verzichtet ein Händler aber darauf und begnügt sich mit Kreditkarten-Nummer und Verfallsdatum, haftet er nach Angaben von Mastercard für den Einkauf. Der betroffene Kartenbesitzer muss den Schaden demnach nicht zahlen.

Dass ein Teil der Daten leicht auslesbar ist, liegt der Technologie des kontaktlosen Bezahlens sozusagen zugrunde: „Es ist keine Sicherheitslücke“, sagte der Mastercard-Sprecher. „Verbraucher müssen sich hier nicht verunsichern lassen.“ Auch Visa verwies auf Anfrage von „Report München“ auf die zusätzlichen Sicherheitsmechanismen, durch die Verbraucher vor Missbrauch geschützt seien. (dapd/afp)

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