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Kürzungspläne bei Lufthansa: Angst vor dem Absturz

Lufthansa will die Löhne ihrer Callcenter-Mitarbeiter um 40 Prozent senken. Laut Verdi sollen die Bezüge, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, die Altersvorsorge und Zuschläge gekürzt werden. Von Eva Roth

Die Gewerkschaft Verdi wirft der Lufthansa vor, die Löhne in ihrem Callcenter in Kassel um rund 40 Prozent senken zu wollen.
Die Gewerkschaft Verdi wirft der Lufthansa vor, die Löhne in ihrem Callcenter in Kassel um rund 40 Prozent senken zu wollen.
Foto: ddp

Die Gewerkschaft Verdi wirft der Lufthansa vor, die Löhne in ihrem Callcenter in Kassel um rund 40 Prozent senken zu wollen. Gekürzt werden sollten die monatlichen Bezüge, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld, die Altersvorsorge und Zuschläge, sagte Verdi-Verhandlungsführer Gerold Schaub der Frankfurter Rundschau. Ein Callcenter-Agent erhalte zurzeit 2000 bis 2500 Euro im Monat, künftig solle er nur noch 1700 Euro bekommen.

Die Lufthansa sagt dazu nichts: "Das kommentieren wir nicht", erklärte eine Sprecherin und bestätigte nur, dass es Gespräche gab.

Die Beschäftigten kennen offenbar die Pläne: "Es gab schon Tränen. Die Leute wissen nicht, wie es weiter gehen soll", erzählt Schaub. Schon 2004 hätten sie Einschnitte akzeptiert, unterm Strich seien die Stundenlöhne damals um rund 30 Prozent gesenkt worden. Beispielsweise seien betriebliche Leistungen gekürzt und die Arbeitszeit von 37,5 auf 40 Wochenstunden erhöht worden, ohne Lohnausgleich.

Die Gehälter in Kassel sollten nun auf das Niveau gedrückt werden, das bereits in einem Ostberliner Callcenter der Lufthansa gelte, berichtet Verdi. Für Schaub ist das nicht akzeptabel: Die Lufthansa habe selbst entschieden, in Kassel ein Callcenter einzurichten - zu den dort üblichen Löhnen. Die Beschäftigten hätten das Callcenter-System für den Konzern aufgebaut und führten nun Schulungen durch. Die Agenten betreuten "Premiumkunden" wie Erste-Klasse-Passagiere und böten spezielle Serviceleistungen wie Krankentransporte. Im Übrigen habe die Lufthansa in Kassel bereits einen starken Personalabbau durchgesetzt, von 370 Beschäftigten im Jahr 2004 auf 180 Arbeitnehmer.

Die Kürzungspläne fügen sich ein in das Sparprogramm "Climb", mit dem der Konzern eine Milliarde Euro in der Passage, also dem Fluggeschäft, sparen will. "Ein Teil des Drucks wird in die vorgelagerten Unternehmen weitergegeben", sagt Schaub. Und dazu gehört das Callcenter, das Dienstleistungen für die Passage erbringt.

Autor:  Eva Roth
Datum:  6 | 10 | 2009
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