kalaydo.de Anzeigen

Wirtschaft
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse, Finanz-Themen

17. August 2012

Landesbank Berlin: LBB investiert nicht mehr in Agrarproukte

 Von 
LBB-Filiale in Berlin. Foto: AP

Die Preise für Lebensmittel steigen, die Diskussion um Spekulation damit wird hitziger. Die Banken fürchten einen Imageschaden. Nun zieht sich die nächste aus dem Geschäft zurück. Die Landesbank Berlin will rasch alle entsprechenden Fondsanteile verkaufen.

Drucken per Mail
Berlin –  

Nach der Commerzbank ist nun die Landesbank Berlin dran. Die Tochter LBB Invest zieht sich aus dem Engagement mit mit Agrarrohstoffen zurück. Ein einstelliger Millionenbetrag ist noch in vier entsprechende Fonds investiert, die wiederum im Agrarbereich investiert haben. „Bis spätestens Ende September werden wir alles verkauft haben“, sagte ein Sprecher der LBB Invest dieser Zeitung. Wahrscheinlich werde das Ziel schon früher erreicht.

Die Banken fürchten das Risiko eines Imageschadens und wollen Ärger mit Politikern und Verbraucherschützern vermeiden. „Wir haben uns der großen Linie der Branche und des LBB-Konzerns angeschlossen, keine solche Investitionen mehr zu tätigen“, sagte der Sprecher. Er betonte auch, dass die LBB-Tochter nicht mit Rohstoffen spekuliert oder in Fonds investiert habe, die auf die Preise von Lebensmitteln wetten. Es habe keine direkten Investitionen in Rohstoffe gegeben.


Im Frühjahr hatte die DekaBank als Fondstochter der Sparkassen angekündigt, entsprechende Geldanlagen nicht mehr anbieten zu wollen. Die LBB ist an der DekaBank beteiligt: Nach deren Angaben besitzen der Sparkassenverband Berlin und die LBB zusammen einen Anteil von 1,9 Prozent. Auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will voraussichtlich bis Ende des Jahres aus dem Geschäft aussteigen.

Umweltschützer und Entwicklungshilfe-Organisationen kritisieren Finanzanbieter schon seit längerem wegen Investmentprodukten im Zusammenhang mit Agrarrohstoffen. Sie machen diese Finanzprodukte für starke Preisschwankungen und Preisanstiege bei den Rohstoffen verantwortlich. Dadurch seien Lebensmittel in vielen Ländern in den vergangenen Jahren zeitweise teils deutlich teurer geworden.

Dabei ist durchaus umstritten, wie groß der Effekt von Spekulationen wirklich ist. Für die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch ist die Wirkung erheblich, sie hat eine Kampagne gegen die Geldhäuser initiiert. Größter Missetäter bleibt für Foodwatch die Deutsche Bank, weshalb die Verbraucher nun Druck auf das Institut ausüben sollen. (jam)

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.

Videonachrichten Wirtschaft
Steueroasen
Beliebtes Steuerparadies: Cook Inseln.

Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.

FR-Forum Entwicklung
Das "Forum Entwicklung" ist eine Veranstaltungsreihe von FR, Giz und HR-Info.

Die FR diskutiert mit Polarexperte Arved Fuchs, Prof. Claudia Kempfert und Dr. Stephan Paulus.

Mitreden

Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut - und der Staat stützt die Konjunktur. Reden Sie mit.

Smartphone-Markt
Anzeige
Animation

Die weltweite Ausbeutung der Schiefergas-Reserven könnte den Energiemarkt nachhaltig verändern: Animation mit Infos zu Vorkommen weltweit und der umstrittenen Fördermethode "Fracking".

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
FR-Spezial

Wendige Elektroautos statt schwerer Spritfresser, enges Bahnnetz statt weniger schneller Strecken - wie wir mobil bleiben.

FR-Spezial
Die IG Metall will in Kürze entscheiden, ob sie zu Warnstreiks in der Stahlindustrie aufruft.

Kurzarbeit, Jobabbau - wie sozial unsere Marktwirtschaft noch ist. Und: Hartz IV - Nachwirkungen der großen Sozialreform.

Frauen in die Aufsichtsräte

Die EU will, dass 40 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sein sollen. Für Vorstände gilt das nicht. Eine gute Lösung?

22% Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen.
67% Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht.
11% Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend.

Euro-Krise

Das Märchen von den Griechen

Von Stephan Kaufmann | 22 Kommentare
Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen.

Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen. Es geht um „Lügen“, „Sorgen“ und der teuren „Rettung“. Dahinter verbergen sich knallharte Interessen. Mehr...

Anzeige
Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

Anzeige
Weblog

Ob mit Bahn oder Auto, Fahrrad oder zu Fuß - Pendler leiden morgen für morgen geduldig. Bisher. Nun reden sie. Im FR-Pendlerblog.

Wirtschaft-Spezial

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.

In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."