Frankfurt. Die West LB braucht für die geplante Auslagerung der nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten möglicherweise eine direkte Kapitalspritze des Bundes.
Je nachdem wie viel Kapital die West LB bei der Gründung einer sogenannten Bad Bank aufbringen müsse, benötige die Kernbank frisches Kapital, sagte der seit kurzem amtierende WestLB-Chef Dietrich Voigtländer der Börsen-Zeitung.
Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut. Analysen und Kommentare, Fotostrecken und Abstimmungen im Spezial: Banken im Umbruch.
"Eventuell brauchen wir einen Dritten, der möglicherweise diese Lücken füllt. Das kann vielleicht der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung Soffin sein." Voigtländer rechnet nicht damit, dass die Eigentümer noch einmal Kapital nachschießen. Hier sei er eher skeptisch, sagte er.
Die WestLB will Wertpapiere und Geschäfte mit einem Bilanzvolumen von mindestens 87 Milliarden auslagern und damit als eine der ersten Banken in Deutschland die neuen gesetzlichen Möglichkeiten für eine sogenannte Bad Bank nutzen. Die Landesbank würde damit um rund ein Drittel schrumpfen.
Im ersten Halbjahr 2009 verringerte sich die Bilanzsumme des Konzerns um 12 Prozent auf 254,5 Milliarden Euro. Die WestLB war durch Fehlspekulationen und umfangreiche Anlagen in risikoreiche Papiere bereits 2007 in die Krise geraten. (dpa)
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