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09. Januar 2014

Landwirtschaft & Massentierhaltung: Fleischkonsum steigt drastisch an

Schweine in den Boxen eines Schweinestalls.  Foto: dpa

Die weltweit wachsende industrielle Tierproduktion macht viele Menschen satt. Sie macht aber auch krank, verpestet die Umwelt und ruiniert Kleinbauern, wie der "Fleischatlas 2014" zeigt. Umweltexperten fordern deshalb die Rückkehr zum Sonntagsbraten.

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Der weltweite Fleischkonsum wird Prognosen zufolge weiter rasant zunehmen. Bis Mitte des Jahrhunderts würden weltweit jährlich fast 470 Millionen Tonnen Fleisch produziert, 150 Millionen Tonnen mehr als heute, heißt es in dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten „Fleischatlas 2014“. Verbunden mit der industriellen Massentierhaltung sei ein drastisch wachsender Flächenverbrauch für Futtermittel zu erwarten.

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Der 2013 zum ersten Mal erschienene „Fleischatlas“ wird von der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Monatszeitung „Le Monde diplomatique“ herausgegeben. Darin werden in Texten und Grafiken die globalen Zusammenhänge der Fleischerzeugung und ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit aufgezeigt. Nach Angaben der BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning werden bereits heute 70 Prozent aller Agrarflächen der Erde für die Tierfütterung beansprucht – mit fatalen Folgen vor allem für Kleinbauern, die das in den Ruin treibe.

„Zeche zahlen die Armen“

Barbara Unmüßig von der Heinrich-Böll-Stiftung kritisierte die immer „absurderen Dimensionen“ der Industrialisierung in der Fleischerzeugung. Die Entkopplung von Weideflächen und Tierhaltung durch die industrielle Tierproduktion führten zu einem ruinösen Wettbewerb zwischen Trog, Tank und Teller. Schon heute wandere allein für die europäische Fleischproduktion Soja von 16 Millionen Hektar Land in die Tröge.

Unmüßig: „Das Futter für die zusätzliche Produktion von mehr als 150 Millionen Tonnen Fleisch im Jahr wird Land- und Nahrungsmittelpreise explodieren lassen. Die Zeche für den globalen Fleischhunger zahlen die Armen, die von ihrem Land verdrängt werden und sich wegen der hohen Preise weniger Nahrung leisten können.“

Unmüßig forderte eine Trendwende besonders auch in Deutschland, das bei Fleischkonsum, Tierhaltung und Schlachtung europaweite Spitzenplätze einnimmt. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt hierzulande bei 60 Kilogramm pro Jahr, in China bei 38 Kilogramm und in Afrika durchschnittlich bei 20 Kilogramm. Unmüßig rät deshalb zur Einschränkung des Fleischkonsums auf einmal pro Woche.

Zurzeit werden hierzulande jährlich 735 Millionen Tieren geschlachtet, womit die Deutschland in Europa einen Spitzenplatz einnimmt. Bei der Schweineschlachtung steht Deutschland mit über 58 Millionen Tieren europaweit auf Platz eins, beim Rindfleisch mit 3,2 Millionen Tieren auf Platz zwei. (FR)

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