Rastatt/Kempten. Aus Protest gegen niedrige Milchpreise haben am Donnerstagmorgen Milchbauern an mehreren Orten die Zufahrten zu den Zentrallagern mehrerer Lebensmitteldiscounter blockiert.
In Rastatt versperrten nach Angaben der Polizei rund 30 Demonstranten mit ihren Traktoren und Anhängern von drei Uhr an über vier Stunden lang die Ein- und Ausfahrt des Aldi-Firmengeländes.
Auch in Gerstetten-Dettingen (Kreis Heidenheim), in Waldenburg (Hohenlohekreis) und in Aichtal (Kreis Esslingen) hatten Bauern mit ihren Fahrzeugen die Zufahrten der Zentrallager von Aldi, Lidl und Netto blockiert oder behindert. Die Polizei musste nach eigenen Angaben nicht eingreifen.
In Altenstadt (Landkreis Neu-Ulm) kam es ebenfalls zu Protesten von Milchbauern. Dort blockierten sie Donnerstagmorgen ein Zentrallager von Aldi. Nach Angaben der Polizei in Kempten, versperrten die Landwirte die Ein- und Ausfahrt des Lagers mit Heuballen, landwirtschaftlichen Geräten und Traktoren. Die Zufahrt für Lastwagen war dadurch nicht möglich.
Die wirtschaftliche Stimmung unter den deutschen Bauern ist so schlecht wie seit vier Jahren nicht mehr. Das Konjunkturbarometer des Deutschen Bauernverbands rutschte erstmals seit 2005 wieder ins Minus. "Die Milchbauern schätzen ihre aktuelle Lage besonders düster ein", sagte Vize-Generalsekretär Adalbert Kienle.
Aber auch Ackerbauern klagten über Preiseinbrüche. Die Landwirte beurteilten ihre aktuelle wirtschaftliche Lage mit einem Wert von minus 0,2 Prozent. Im Juli lag der Index noch bei 4,3 Prozent. Allerdings sei die Erwartung an die Situation der kommenden zwei bis drei Jahre optimistischer. (dpa)
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