Leerverkäufer sind maßgeblich für den Höhenflug der VW-Aktie verantwortlich. Mit diesen Geschäften ist es möglich, auf sinkende Kurse zu wetten. Zunächst "leiht" sich der Leerverkäufer für eine bestimmte Zeit Aktien. Dafür bezahlt er eine Gebühr. Er vereinbart einen Preis, zu dem er die Papiere wieder zurückgibt, zum Beispiel 100 Euro je Stück. Seine Hoffnung: Am Ende der Laufzeit steht der Kurs nicht bei 100, sondern nur bei 90 oder noch tiefer. Damit kann er Profit machen: Denn er verkauft die geliehenen Papiere, unmittelbar nachdem er sie erhalten hat, und er kauft sie später zum niedrigeren Kurs, um sie an den Verleiher zurückzugeben. Der Gewinn entsteht aus der Differenz zum Rückgabekurs, also den 100 Euro, abzüglich der Leihgebühr. Durch Leerverkäufe können Aktienkurse massiv beeinflusst werden - ohne dass es Anzeichen für eine Veränderung im realen Geschäft eines Unternehmens gibt. Deshalb wird derzeit international über das Verbot von Leerverkäufen diskutiert.
Short Squeeze - das ist der Horror für Leerverkäufer. Der Begriff bedeutet frei übersetzt, dass Anleger, die "short gehen", also auf fallende Kurse setzen, ausgequetscht werden. Das ist dann möglich, wenn besonders viele Leerverkäufer unterwegs sind und das Angebot an Aktien, Devisen oder Rohstoffkontrakten gering ist. Genau diese Situation ist bei der Volkswagen-Aktie eingetreten. Leerverkäufer hatten sich zu Beginn der Woche noch nicht mit VW-Aktien eingedeckt. Durch die Ankündigung von Porsche, die Beteiligung an Volkswagen aufzustocken, wurde der Aktienkurs angeschoben. Das zwang Leerverkäufer dazu, möglichst schnell VW-Papiere zu erwerben, um die Verluste einzugrenzen. Damit setzten sie aber eine Spirale in Gang, die den Kurs immer weiter in die Höhe trieb. fw
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