Berlin. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wirft Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine Verharmlosung der Leiharbeit-Zustände vor. Der Bericht ihres Hauses über die Branche "blendet insbesondere die soziale Situation eines Großteils der Leiharbeitskräfte aus", heißt es in einer Analyse des Reports, über den gestern der Bundestag debattierte.
So tauchten die Warnungen und kritischen Anmerkungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) nicht auf. Auch fehle eine Auswertung der amtlichen Arbeitsmarktstatistik. Zudem ignoriere das Ministerium wichtige Forschungsergebnisse, die auf gravierende Fehlentwicklungen hinwiesen. Einseitig und unzureichend seien die Erkenntnisse des IAB eingegangen, das für die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Leiharbeit untersucht. Beispielsweise folgere das IAB aus seinen Forschungen, "dass Zeitarbeit für Arbeitslose eher als Brücke in die Zeitarbeit und nur sehr beschränkt in die reguläre Beschäftigung dient". Von der Leyen hatte dagegen bei der Vorstellung des Regierungsberichts erklärt: "Zeitarbeit baut Brücken in den Arbeitsmarkt".
Allerdings hatte sie vor wenigen Tagen auch Arbeitgeber und Gewerkschaften aufgerufen, den Missbrauch bei der Leiharbeit zu unterbinden. Andernfalls werde sie dies per Gesetz sicherstellen. Der Bundesrat forderte am Freitag die Bundesregierung per Entschließung auf, unerwünschte Nebeneffekte der Leiharbeit zu stoppen.
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