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Kommentar zur Bundesagentur für Arbeit: Limit für Ein-Euro-Jobs

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat angekündigt, die Zahl der Ein-Euro-Jobs zurückzufahren. Das ist sinnvoll, wenn das gesparte Geld in Weiterbildung und Vermittlung fließt.

 Eva Roth
Eva Roth

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat angekündigt, die Zahl der Ein-Euro-Jobs zurückzufahren. Das muss sie tun. Denn das Sparpaket der Bundesregierung sieht vor, die Unterstützung von Langzeitarbeitslosen zusammenzustreichen. Für sogenannte Eingliederungshilfen stehen im nächsten Jahr nur noch 4,7 Milliarden Euro zur Verfügung, 1,3 Milliarden weniger als bisher. Deshalb können künftig ein Drittel weniger Ein-Euro-Jobs gefördert werden, so die BA.

Unabhängig von allen Sparbeschlüssen ist es sinnvoll, dieses Instrument zu begrenzen. Denn in den vergangenen Jahren sind zu viele Arbeitslose in Ein-Euro-Jobs gesteckt worden. Jedes Jahr haben 600.000 bis 700.000 Menschen eine solche Stelle angetreten, etwa in der Altenhilfe. Das waren keineswegs nur Menschen, die schon lange vergeblich eine reguläre Stelle suchen. Genau für solche Personen ist die Förderung aber gedacht. Hinzu kommt: Für viele Ein-Euro-Jobber verbessern sich die Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass „normale“ Stellen verdrängt werden.

BA-Vorstand Heinrich Alt warnt, dass sich die soziale Lage vieler Langzeitarbeitsloser verschlechtert, wenn es weniger Ein-Euro-Jobs gibt. Das muss jedoch nicht sein. Schließlich kann man sich auf die Suche nach besseren Alternativen machen.

Alt selbst hat angekündigt, angesichts des Aufschwungs „alle Kräfte“ darauf zu konzentrieren, die Leute in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Klar, das sollten Jobcenter immer tun. In Zeiten wirtschaftlicher Erholung und knapper werdender Nachwuchskräfte steigen aber die Vermittlungschancen. Darum ist es richtig, sich hartnäckig um Langzeitarbeitslose zu bemühen. Das kann zum Beispiel bedeuten, den Leuten eine komplette Umschulung zu finanzieren. Die kostet allerdings auch Geld.

Für Arbeitslose, die gar keine Chance auf eine reguläre Stelle haben, schlägt die BA einen „sozialen“ Arbeitsmarkt vor. Auch dieser Vorschlag ist diskussionswürdig. Doch auch hier gilt: Staatlich geförderte Jobs kosten Geld. Deswegen darf bezweifelt werden, dass die BA mit einer neuen Strategie Geld spart.

Mit Sicherheit sparen wird sie, wenn die Zahl der Arbeitslosen weiter sinkt. Sollte sie am Ende aber doch bei Weiterbildung und Hilfen für Jobsuchende knausern müssen, dann behält Alt recht: Dann wird sich die Lage vieler Arbeitsloser verschlechtern.

Autor:  Eva Roth
Datum:  29 | 12 | 2010
Kommentare:  7
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