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02. Oktober 2014

Lokführer Streik: Mehrheit der Lokführer stimmt Streiks zu

Das Ergebnis der Urabstimmung spricht deutlich für neue Streiks.  Foto: dpa

Erneuten Bahnstreiks steht nichts mehr im Weg. Bei einer Urabstimmung unter rund 20 000 Gewerkschaftsmitgliedern stimmen über 90 Prozent für weitere Maßnahmen.

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Frankfurt –  

Bei der Deutschen Bahn wird es voraussichtlich schon bald neue Streiks geben. Die Lokführer haben einer Urabstimmung deutlich für weitere Arbeitskämpfe gestimmt. Bis einschließlich Sonntag ist aber noch kein Streik zu erwarten, sagte Claus Weselsky, der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), am Donnerstag in Frankfurt. «Wir gehen verantwortungsvoll mit unserer Streikmacht um. Die Fahrgäste werden genug Zeit haben, sich Alternativen zu suchen.»

Bei der Urabstimmung hatten 91 Prozent der Teilnehmer weitere Arbeitskämpfe gebilligt. 75 Prozent waren notwendig. Nach GDL-Angaben beteiligten sich 81 Prozent der rund 16 000 Stimmberechtigten. «Wir werden nicht sofort mit mehrtägigen Streiks losschlagen. Wir werden uns Stück für Stück steigern», sagte Weselky.

Die Bahn reagierte mit Unverständnis. In der Tarifrunde habe es vier Angebote gegeben, sagte Personalvorstand Ulrich Weber. Die GDL müsse erklären, warum sie nicht an den Verhandlungstisch komme. «Wir können nur zu Ergebnissen kommen, wenn da ein Partner ist, mit dem wir sprechen können.»

Weselsky hatte die Verhandlungen vergangene Woche für gescheitert erklärt. Die Lokführer fordern fünf Prozent mehr Geld und eine zwei Stunden kürzere Wochenarbeitszeit. Die GDL verlangt das auch für 17 000 Zugbegleiter, Bordgastronomen, Lokrangierführer, Trainer und Disponenten. Sie rivalisiert dabei mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Die Bahn dringt darauf, dass die beiden Gewerkschaften zumindest abgrenzen, für welche Berufsgruppen sie jeweils zuständig sind. Sie hofft, dass notfalls das von der Bundesregierung geplante Gesetz zur Tarifeinheit beide Gewerkschaften zu einer Zusammenarbeit zwingt. Weselsky wies der Bahn die Schuld für die Streiks zu: «Um das Gesetz zur Tarifeinheit vernünftig begründen zu können, zwingen uns die Arbeitgeber zu Arbeitskampfmaßnahmen.» Noch am Mittwoch hatte die Bahn vorgeschlagen, die Verhandlungen auszusetzen, bis das Gesetz auf dem Weg sei. Bis dahin sollten die Lokführer zwei Prozent mehr Geld erhalten. Die Bahn billigt der GDL aber nur zu, federführend für die Lokführer zu verhandeln. Die GDL will am Montag dazu Stellung nehmen. (Dpa)



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