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04. Mai 2013

LSG: Dicke Luft bei Lufthansa-Tochter

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Die Lufthansa-Tochter LSG bereitet die Flugzeug-Gerichte zu.  Foto: Andreas Arnold

Die Beschäftigten der Catering-Sparte von Lufthansa müssen bluten: Ihr Tarifvertrag ist deutlich schlechter als der des restlichen Bodenpersonals.

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Keine Streiks mehr. Die Lufthansa und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben sich auf einen Tarifvertrag geeinigt. Alles wieder friedlich bei Deutschlands größter Airline? Nicht ganz. „Wir fühlen uns verraten und verkauft – von Verdi“, sagt ein Mitglied aus der Belegschaft der Catering-Tochter LSG.

Der Grund für die Empörung: Noch bevor es mit Warnstreiks und harten Verhandlungen für mehr Lohn beim Bodenpersonal losging, einigte sich das Management der LSG mit Verdi auf ein sogenanntes Eckpunktepapier, ohne dass dies publik gemacht wurde. Unter dem Strich bedeutet die Vereinbarung, dass es für LSG-Beschäftigte erheblich schlechter aussieht als für den Rest des Bodenpersonals. So bekommen Mitarbeiter der LH-Kerngesellschaft bei einer Laufzeit von 26 Monaten drei Prozent mehr Gehalt.

Bei der LSG hingegen wird der Lohn um drei Prozent gekürzt. Laut Eckpunktepapier, das der Berliner Zeitung vorliegt, kommt eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 37,5 auf 39 Stunden hinzu. Der jährliche Urlaubsanspruch wird um drei Tage gekürzt.

"Bei uns ist die Empörung riesig"

Sollte die Verdi-Tarifkommission das Gesamtpaket für das Bodenpersonal annehmen und dies in einer Mitgliederbefragung bis Mitte Mai bestätigt werden, wird auch aus dem LSG-Eckpunktepapier ein Tarifvertrag. Die Bestimmungen würden dann für rund 5000 Beschäftigte der Catering-Tochter gelten.

„Bei uns ist die Empörung riesig, hier brennt die Luft“, sagt das Belegschaftsmitglied, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Eine LSG-Sprecherin bestätigt, die Einigung mit Verdi. Hierzulande seien die Personalkosten der Wettbewerber 20 bis 30 Prozent niedriger als bei der LSG. Die Einschnitte müssten sein, um das Unternehmen wieder wettbewerbsfähig zu machen.

Um die Catering-Sparte der Lufthansa wird schon lange gekämpft. Immer wieder wurde ein Verkauf der Gruppe durchgespielt. Am Donnerstag gab Simone Menne, LH-Finanzchefin, bekannt, dass eine Veräußerung vom Tisch sei. Auch der Austritt aus dem Arbeitgeberverband Luftfahrt und der Eintritt in die Unternehmensvereinigung der Logistiker war zwischenzeitlich eine Option.

Verdi-Vorstand Christine Behle zeigt Verständnis für die Beschäftigten und räumt ein, dass das Thema LSG „richtig weh tut“. Letztlich hätten sich Verdi und die Belegschaft „für ein kleineres Übel“ entschieden. In einer Abstimmung hätten sich 62 Prozent der Verdi-Mitglieder für das Eckpunktepapier ausgesprochen. Ein Wechsel des Arbeitgeberverbandes beispielsweise hätte noch erheblich stärkere Lohn- und Gehaltseinbußen gebracht.

Als Ausgleich für die Gehaltskürzungen seien Einmalzahlungen vereinbart worden. 600 Euro werden 2013 und 500 Euro im nächsten Jahr überwiesen. Zudem wurde n dem Eckpunktepapier auch ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen festgeklopft – bis Ende 2020.

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