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15. März 2013

Lufthansa-Bilanz: Lufthansa verschärft den Sparkurs

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"Score" heißt das Sparprogramm, das die Lufthansa bis 2015 wieder auf Kurs bringen soll.  Foto: dpa

Die Fluggesellschaft will die Business-Class verkleinern und größere Maschinen einsetzen. 2013 wird ein hartes Jahr, auch fürs Personal, kündigt Lufthansa-Chef Christoph Franz an.

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Selbst vor der Business-Class macht die Lufthansa nicht halt. Finanzchefin Simone Menne kündigte am Donnerstag an, dass künftig in den Maschinen der größten deutschen Fluggesellschaft die Zahl der großen bequemen Sitze reduziert wird. Das zeigt, wie es um den Konzern steht. Die Business-Class war lange heilig. Denn die Airline lebte vor allem von zahlungskräftigen Geschäftsleuten, die dort Platz nahmen. Inzwischen mischen sich immer mehr Business-Kunden in der Economy unters gemeine Volk.

Konzernchef Christoph Franz forderte jedenfalls, sein Unternehmen müsse sich „grundlegend ändern, auch kulturell“. Er hat der LH einen strikten Sparkurs verordnet. Und er will das Programm in diesem Jahr noch einmal verschärfen. 2012 wurden die Kosten um 618 Millionen Euro gedrückt. Dieses Jahr sind in jedem Fall 740 Millionen eingeplant. Es könnten sogar bis zu 900 Millionen werden. In den beiden folgenden Jahren soll es ähnlich weitergehen.

Das Ziel: 2015 soll die Lufthansa im operativen Geschäft einen Gewinn von 2,3 Milliarden Euro einfliegen. Das ist enorm ambitioniert. Denn Luftfahrtmanager müssen immer damit rechnen, dass Unvorhergesehenes dazwischenkommt. Größter Unsicherheitsfaktor ist der Treibstoff. Voriges Jahr etwa kletterte die Kerosinrechnung um ein Sechstel auf knapp 7,4 Milliarden Euro. Auch deshalb ging es beim operativen Gewinn ging steil bergab. Er brach um ein Drittel auf 524 Millionen ein. Dass unterm Strich ein Gewinn von 990 Millionen zustande kam, hat vor allem mit dem Verkauf der Anteile an Amadeus, einem Betreiber von Reisebuchungssystemen, zu tun.

Mit den 524 Millionen setzt sich der Langzeittrend der „Erosion der Gewinne“ (Franz) fort. Sorgenkind ist die sogenannte Passage, der Kern des Konzerns. Beim Befördern von Fluggästen kam ein Verlust von 45 Millionen Euro zusammen. Die Lufthansa ist da nicht alleine. Alle großen ehemals staatlichen Airlines in Europa haben zuletzt massive Einbußen erlitten. Billigflieger haben ihnen Marktanteile abgenommen. Marktführer Ryanair hat sogar einen Rekordgewinn angekündigt. „Die Low-Cost-Carrier sind inzwischen salonfähig geworden“, sagt Björn Maul von der Unternehmensberatung Roland Berger. Er sieht die Billigflieger als Angreifer. Sie seien „zunehmend auch auf großen Flughäfen vertreten und werben verstärkt um Geschäftskunden mit günstigen, flexiblen Tarifen“.

2013 wird ein hartes Jahr, auch fürs Personal, sagt Konzernchef Franz

Die Lufthansa bekommt diesen Trend massiv zu spüren. Mit dem Sparprogramm, das Score genannt wird, will Franz wieder Boden gutmachen. „2013 wird ein hartes Jahr, auch fürs Personal“, sagte der Vorstandschef. Es soll Standortschließungen und Jobabbau geben. Für Abfindungen für rund 2000 Stellen wurde bereits Geld zurückgelegt. Daneben soll auch beim Flugbetrieb an vielen Stellschrauben gedreht werden. Eine kleinere Business-Class etwa bedeutet mehr Raum in der Economy-Class, das steigert die Gesamtzahl der Plätze bei gleichbleibenden Kosten. Zugleich sollen aber neue bequemere Sitze für Geschäftsleute installiert werden, um die Nobel-Abteilung attraktiver zu machen. Größere Flieger will Franz einsetzen, aber die Gesamtzahl der angebotenen Plätze auf den kürzeren Strecken um fast drei Prozent zurückfahren, um Ticketpreise hoch zu halten.

Das alles dient einem Ziel: Die Lufthansa will mit dem eingesparten Geld die Flotte erneuern. 236 neue Maschinen sollen bis 2025 gekauft werden. Damit werden Jets ersetzt, die in die Jahre gekommen sind – die LH lässt auch noch Maschinen aus den 80ern fliegen. Es geht darum, mit modernen spritsparenden Flugzeugen die Aufwendungen für den Treibstoff dauerhaft zu senken. Gestern wurde eine Großbestellung bei Airbus mit 102 Flugzeugen aufgegeben: Zwei Riesenflieger vom Typ 380 und 100 Mittelstreckenmaschinen aus der A320-Familie. Die Flugzeuge haben zusammen einen Listenpreis von 8,6 Milliarden Euro.

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