Chrysler und GM sind insolvent. Opel braucht fremde Hilfe. Porsche und VW kämpfen gegen- statt miteinander. Zulieferer leiden mit. Viele Jobs wackeln. Spezial: Krise der Autobauer
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Washington. Es ist ein beliebtes Spiel seit Wochen: Die einen kämpfen für einen erfolgreichen Abschluss des geplanten Einstiegs von Magna bei Opel. Andere versuchen offenbar, das mit Berichten über angebliche weitere Schwierigkeiten zu erschweren. Insider vermuten, dass manche Informationen sogar bewusst gestreut werden.
Heute gibt es jedenfalls wieder zwei Nachrichten. Die eine kommt von Magna-Fan Roland Koch (CDU). Der hessische Ministerpräsident verbereitet Zuversicht nach einem Spitzengespräch in Detroit: Er sehe "keine wirklichen Stolpersteine" mehr für den Einstieg des Investors Magna, sagte Koch in der Nacht zum Dienstag.
Zuvor hatte er sich bei dem kurzfristig angesetzten Treffen mit dem Präsidenten des bisherigen Opel-Mutterkonzerns General Motors, Fritz Henderson, dessen Vize John Smith und dem Opel-Europa-Chef Carl-Peter Forster über den Stand der Verhandlungen unterrichten lassen.
Derweil laufen in Deutschland andere Nachrichten über den Ticker. Der bisherige Mutterkonzern General Motors (GM) fordere eine Rückkaufoption für Opel. Das habe GM zur Vorgabe für den Verkauf von Opel durch die staatlich kontrollierte Treuhandgesellschaft gemacht, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Dienstag. Quelle: gut informierte Kreise.
Für den favorisierten Bieter Magna würde das die angestrebte Übernahme von Opel deutlich unattraktiver machen, weil GM sich dann eines Tages die Früchte einer erfolgreichen Sanierung von Opel sichern könnte, schreibt das Blatt. "Magna wird sich deshalb auf eine solche Rückkaufoption keinesfalls einlassen", werden "Kreise" zitiert.
Schließlich räumt man ein: Es handele sich aber voraussichtlich um kein unüberwindbares Hindernis für einen Abschluss der geplanten Transaktion.
Der hessische Ministerpräsident beteuert derweil, dass spätestens Ende August unterschrieben werde. Es dürfe nicht Herbst werden, ehe man sich einige, und "der September ist schon ein ziemlich herbstlicher Monat", sagte Koch nach seinem Weiterflug nach Washington. Er dringe auf eine rasche Einigung, weil jeder Monat die notwendige Restrukturierung verzögere und die Steuerzahler mit etwa 100 Millionen Euro belaste.
Grund für Optimismus biete die geschäftliche Entwicklung bei Opel. "Exakt eingehalten" würden die Zahlen der Autoverkäufe und Ausgaben, die man bei der grundsätzlichen Einigung über den Magna-Einstieg in einer langen Nacht im Kanzleramt angenommen habe, sagte Koch. Anders lautende Gerüchte würden gezielt gestreut, um den Prozess zu behindern.
Die offenen Fragen auf Kochs Liste
Zu den Dingen, über die derzeit verhandelt werde, zähle der Zinssatz für die Drei-Milliarden-Euro-Bürgschaft, die Bund und Länder je zur Hälfte zugesagt hätten.
Nach Kochs Worten wird die russische Regierung an Gesprächen über die Zukunft von Opel beteiligt. "Ich bin dafür, dass man nicht so tut, als würden nur Private miteinander verhandeln", sagte Koch. "Wir müssen die Regierung einbeziehen, und das geschieht auch."
Die russische Sberbank will sich mit 35 Prozent am neuen Opel-Konzern beteiligen. Sie handelt im Auftrag der Regierung von Ministerpräsident Wladimir Putin.
Weitere 35 Prozent soll der bisherige Mutterkonzern GM halten, 10 Prozent die Opel-Belegschaft und 20 Prozent der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna, der diese Konstellation vorgeschlagen hatte. Magna nehme als "privilegierter Bieter" inzwischen mit fast 50 Mitarbeitern in Rüsselsheim Einblick, berichtete Koch.
Zwar gebe es "Netz und doppelten Boden" für den Fall, dass der Magna-Deal nicht zustande komme. Es erwarte aber niemand, dass Gespräche mit dem italienischen Autohersteller Fiat wieder aufgenommen werden könnten.
Bei dem Gespräch in Detroit sei man sich darüber einig gewesen, dass Opel Vorreiter umweltfreundlicher Technologie im Automobilbau werden solle. "Wir haben alle miteinander ein Interesse, dass Opel ein umweltgetriebenes Unternehmen bleibt und wird", sagte der Hesse.
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22% | Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen. |
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11% | Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend. |

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