Wann fällt eine Entscheidung über die Zukunft von Opel?
Wie es aussieht in diesen Tagen, hat ein Manager des Großaktionärs General Motors in Aussicht gestellt.
Chrysler und GM sind insolvent. Opel braucht fremde Hilfe. Porsche und VW kämpfen gegen- statt miteinander. Zulieferer leiden mit. Viele Jobs wackeln. Spezial: Krise der Autobauer
Wer ist als Investor noch im Rennen?
Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna und der Finanzinvestor RHJ. Beide Bieter wollten unterschriftsreife Konzepte einreichen.
Welche Pläne hegen die beiden Investoren?
Magna will sich mit 20 Prozent beteiligen, die russische Sberbank soll 35 Prozent bekommen, GM ebensoviel behalten. Zehn Prozent sollen an die Beschäftigten gehen. RJH will die Belegschaft ebenfalls in ähnlichem Umfang ins Boot nehmen, selbst will die Beteiligungsgesellschaft 50,1 Prozent behalten, GM soll 39,9 Prozent bekommen.
Welche Zusagen machen die Investoren?
Beide wollen alle vier deutschen Werke erhalten. Allerdings will RHJ die Produktion in Eisenach in den nächsten zwei Jahren ruhen lassen und die Beschäftigten auf Kurzarbeit setzen. Die Kapazitäten in den anderen Werken will RHJ reduzieren. Außerdem soll das Werk im belgischen Antwerpen dicht gemacht werden. Magna will Antwerpen und das Werk im britischen Luton auf den Prüfstand stellen.
Wieviel Stellen kostet das?
Magna will rund 10.000 Stellen streichen,, davon 2500 in Deutschland. RHJ plant den Abbau von knapp 10000 Arbeitsplätzen, davon 3900 hierzulande. Dass dies ohne Entlassung über die Bühne geht, wie es der Opel-Betriebsrat fordert, hat bislang keiner der Investoren verbindlich zugesagt. Beide Investoren fordern finanzielle Zugeständnisse der Belegschaft. Im Falle von Magna hat dies der Opel-Betriebsrat in Form von Arbeitszeitverkürzung in Aussicht gestellt. RHJ lehnt er als Investor ab und gegen ihn Widerstand angekündigt.
Warum?
Er befürchtet, dass RHJ nur als Strohmann fungiert, damit GM später wieder die Macht bei Opel übernehmen kann. Dies weist RJH zurück und versichert, Opel als eigenständige Marke ausbauen zu wollen.
Wollen beide Investoren Staatshilfe?
Ja, Magna verlangt Bürgschaften über 4,5 Milliarden Euro, die auch bereits zugesagt sind. Für RHJ müsste darüber neu verhandelt werden, das Unternehmen verlangt Garantien über 3,8 Milliarden Euro.
Was bringen die Unternehmen selbst ein?
Magna hat Investitionen in Höhe von 500 bis 700 Millionen Euro angekündigt, RHJ möchte 300 Millionen einbringen?
Und wer macht das Rennen?
Magna, wenn es nach Opel, dem Betriebsrat, Bundeskanzlerin Angela und den größte Teilen der Regierung sowie den Bundesländern ginge? Aber GM tendiert zu RHJ als Investor.
Wer entscheidet letztlich?
General Motors beziehungsweise der amerikanische Staat als GM-Mehrheitseigentümer.
Könnte Magna noch den kürzeren ziehen?
Opel ist ein Politikum. Es ist kaum vorstellbar dass US-Präsident es sich mit Russland und Deutschland verscherzen will.
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