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22. Januar 2013

Manager-Gehälter: Was verdienen die da oben?

 Von Stefan Sauer
Josef Ackermann verdiente 2011 als Vorstandschef der Deutschen Bank 9,5 Millionen Euro.  Foto: dpa

Klaus Schwab, der Erfinder des Weltwirtschaftsforums, fordert einen Deckel für Spitzengehälter. Manager sollten nicht mehr als das Zwanzig- bis Vierzigfache dessen verdienen, was ihre Arbeitnehmer bekommen. Alles andere sei nicht mehr sozialverträglich.

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Der Begründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, fordert, Vorstandsvorsitzende sollten nicht mehr als das Zwanzig- bis Vierzigfache dessen verdienen, was die am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmer jeweils in ihren Unternehmen erhalten. Ein Gehaltsverhältnis von 100 zu 1 zwischen Chef und Arbeiter sei „nicht mehr sozialverträglich“, sagte Schwab in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Gemessen daran steht es um die Sozialverträglichkeit des Gehaltsgefüges in deutschen Dax-Unternehmen nicht sonderlich gut. Im Durchschnitt erhielten die Vorstände der 30 Konzerne im Jahr 2011 mehr als 3,13 Millionen Euro, die Vorstandschefs brachten es durchschnittlich gar auf 5,1 Millionen Euro. Damit bekamen Vorstände 54 Mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter eines Dax-Konzerns mit jährlich gut 58.000 Euro, die Vorstandschefs verbuchten sogar das 88-Fache. Zieht man nicht die – in den Großunternehmen recht hohen – Durchschnittsgehälter für einen Vergleich heran, sondern die je niedrigste Tariflohnstufe, fallen die Unterschiede noch weitaus deutlicher aus.

Spitzenverdiener sahnen ab

So beträgt der geringste Tarifjahresverdienst in der Bankenbranche knapp 26.000 Euro. Josef Ackermann erhielt 2011 als Vorstandschef der Deutschen Bank 9,5 Millionen Euro – mithin das 365-Fache. Siemens-Chef Peter Löscher durfte sich 2011 über Jahreseinkünfte von 8,74 Millionen Euro freuen, während der geringste Jahrestariflohn in der Metall- und Elektroindustrie etwas über 26.000 Euro lag und damit ein 336stel von Löschers Gehalt ausmachte.

In anderen Branchen und Unternehmen sieht es ähnlich aus: Heinrich Hiesinger, 2011 Vorstandsvorsitzender von Thyssen-Krupp, erhielt 3,52 Millionen Euro. Der niedrigste Tariflohn in der Eisen- und Stahlindustrie liegt bei knapp 21 500 Euro. Das 40-Fache dieses Einkommens, von Schwab als Maximum betrachtet, betrüge mit 860.000 Euro nicht einmal ein Viertel des tatsächlich an Hiesinger gezahlten Salärs. In der Chemieindustrie des Bereichs Nordrhein liegt der niedrigste Tarifjahreslohn bei 29.700 Euro, Bayer-Vorstandschef Marijn Dekkers verdiente 2011 mit 4,487 Millionen Euro das 151-Fache. Der Haustarifvertrag des Energieriesen Eon sieht in der untersten Gehaltsstufe 22.900 Euro vor, Eon-Chef Johannes Theissen erhielt 198 Mal mehr, nämlich 4,543 Millionen Euro.

Die Gewerkschaften weisen darauf hin, dass es sich um die niedrigsten Tariflöhne für einfache Tätigkeiten ohne Schichtzulagen handelt. Die tatsächlich gezahlten Gehälter seien meist deutlich höher. Doch selbst der „Ecklohn“, den eine ausgelernte Fachkraft im ersten Berufsjahr in der Metall- und Elektroindustrie verdient, liegt bei nur rund 30.000 Euro pro Jahr. Das ist ein 170stel dessen, was ein durchschnittlicher Dax-Vorstand 2011 bekam.

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