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Managergehälter: DGB geht Reform nicht weit genug

Manager sollen künftig stärker haften. Geht es nach dem DGB, sollen Boni zum Vertragsende gezahlt werden. Vorstände sollen das Gemeinwohl im Blick behalten. Von Roland Bunzenthal

Gewerkschafter fordern strengere Regeln für Managereinkommen.
Gewerkschafter fordern strengere Regeln für Managereinkommen.
Foto: rtr

Als "Schritt in die richtige Richtung" sieht der DGB die jüngsten Beschlüsse zur Reform der Managervergütung. Doch fehle dabei "der wichtigste Punkt: entsprechende Leitplanken für das Handeln der Führungskräfte", erklärte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel im Gespräch mit der FR.

Antriebsfeder dürfe für die Top-Manager nicht allein der kurzfristige Profit und das ausschließliche Aktionärsinteresse sein. Das Aktienrecht müsse vorschreiben, dass Vorstände auch im Interesse des Gemeinwohls und der Beschäftigten agieren müssen.

Eine Arbeitsgruppe der Koalition hatte sich am Donnerstag auf weitere Eckpunkte einer Reform geeinigt. Danach sollen Vorstände künftig mit einem Jahresverdienst persönlich für schwere Fehlentscheidungen haften und dies nicht auf eine Versicherung abschieben können. Zudem sollen Vorstände nach ihrem Ausscheiden mindestens zwei Jahre warten müssen, bevor sie in den Aufsichtsrat wechseln. Erfolgsabhängige Vergütungen sollen erst am Ende der Vertragslaufzeit ausgezahlt werden. Auch die Hauptversammlung soll über die Vorstandsvergütung beraten können. Die Vorschläge sollen in den bestehenden Gesetzentwurf der Regierung einfließen.

Hexel vertritt die Gewerkschaften in der Regierungskommission für einen "Corporate Governance Kodex". Die bisherigen Koalitionsbeschlüsse bauten zwar auf diesem auf, gingen aber in der Konkretisierung darüber hinaus. Übernommen hat die Koalition aus dem Kodex, dass ein Manager maximal fünf Aufsichtsratsmandate haben darf. "Drei hätten auch gereicht", meint Hexel. Für richtig hält er die Verschiebung der Auszahlung von Boni, doch fehle eine Obergrenze für ihre Höhe und für die Höhe der Fixgehälter

Hexel will seine Vorschläge in die nächste Kommissionssitzung im Mai einbringen, sieht sich aber in dem Gremium einer Front von Wirtschaftsvertretern gegenüber. Jedoch glaubt der Gewerkschafter, dass zumindest ein Punkt im Gesetzentwurf der Regierung für eine kritische Diskussion über Managervergütungen führen wird: Die Vorschrift, dass künftig über die Vorstandsgehälter der gesamte Aufsichtsrat entscheiden muss und nicht nur eine kleine Präsidiumsrunde. "Die Debatte wird durch die größere Transparenz schärfer werden", glaubt Hexel.

In die Diskussion um Managergehälter schaltet sich auch die Europäische Kommission ein. Laut Financial Times plant sie strengere Regeln in der Bankenbranche. Danach sollen die Institute künftig in der Lage sein, Boni-Zahlungen einzubehalten, wenn bestimmte Kriterien nicht erfüllt wurden. Einschränken will Brüssel auch die hohen Abfindungen beim Ausscheiden von Managern.

Autor:  ROLAND BUNZENTHAL
Datum:  25 | 4 | 2009
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