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Map-Report: Private Vorsorge schmilzt dahin

Immer mehr Geld ausgeben müssen heute diejenigen, die für das Alter vorsorgen wollen. Versicherungen mit einmaliger Einzahlung gehen stark zurück. Zu diesem Fazit kommt der Map-Report. Von Thomas Magenheim

Wer für das Alter finanziell ausreichend vorsorgen will, muss seinen Einsatz immer mehr erhöhen.
Wer für das Alter finanziell ausreichend vorsorgen will, muss seinen Einsatz immer mehr erhöhen.
Foto: ddp

Wer für das Alter finanziell ausreichend vorsorgen will, muss seinen Einsatz immer mehr erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des auf Versicherungen spezialisierten Branchendiensts Map-Report für private Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag. Wer beispielsweise 1990 einem Versicherer 50 000 Euro in die Hand gedrückt hat, bekommt monatlich im Schnitt knapp 400 Euro Privatrente. Wer die gleiche Summe im Jahr 2000 angelegt hat, muss sich dagegen mit einem Viertel weniger, also knapp 300 Euro begnügen.

Verantwortlich dafür macht Map-Chef Manfred Poweleit zwei Trends. Erstens werden Menschen immer älter. Ihre Lebenserwartung steige derzeit jährlich um vier Monate. Zweitens drücke eine seit 15 Jahren anhaltende und derzeit wegen der Bekämpfung der Finanzkrise verschärfte Niedrigzinsphase alle Renditen. Lag der langfristige Kapitalmarktzins im Schnitt der Jahre 1955 bis 2009 hier zu Lande bei 6,63 Prozent, seien es heute mit 3,1 Prozent weniger als die Hälfte.

"Besonders hart trifft es junge Leute", stellt Poweleit mit Blick auf private Altersvorsorge klar. Um die sich öffnende Lücke von einer staatlichen Normalrente zur Armutsgrenze im Alter für Normalverdiener per Privatrente zu schließen, werde eine immer größere Sparleistung erforderlich.

Wer 1990 mit 50 000 Euro Einmalbeitrag noch gut dabei war, muss heute mindestens 100 000 Euro auf der hohen Kante haben, um bei dieser Form der Privatrente finanziell wirklich abgesichtert zu sein, hat Map berechnet. Tendenz steigend. Vielfach sei gegenüber 1990 nicht einmal diese Verdoppelung ausreichend, warnt Poweleit.

Die Bundesbürger würden auf die sinkenden Privatrenten nur mangelhaft reagieren. "In kaum einem anderen Industrieland sind Verbraucher in Finanzdingen so schlecht ausgebildet wie in Deutschland", sagt der Verbraucherschützer. Wer sich im Alter auf den Staat verlasse, sei ohnehin "verraten und verkauft". Das gelte nicht nur für die Rente sondern auch für andere Risiken wie Invalidität oder Pflege.

Auch innerhalb der privaten Vorsorge gibt es aber erhebliche Unterschiede. Wer 1990 einem Assekuranzkonzern 50 000 Euro Einmalbeitrag anvertraute, hat laut Map bis heute im günstigsten Fall (R+V Versicherung) 101 622 Euro Privatrente erhalten, bei der Stuttgarter VPV als Schlusslicht dagegen nur 87 369 Euro. Der gemittelte Branchenschnitt liegt bei gut 95 000 Euro. Allgemein sieht Poweleit bei Renten gegen Einmalbeitrag Debeka und die Allianz renditemäßig an der Spitze.

Autor:  THOMAS MAGENHEIM
Datum:  23 | 4 | 2009
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