Der Gütersloher Medienriese Bertelsmann zieht die Notbremse und steigt aus dem Musik-Gemeinschaftsunternehmen Sony BGM aus. Die Beteiligung von 50 Prozent wird zu einem nicht bezifferten Preis an die Japaner verkauft. Als hundertprozentige Tochter der Sony Corporation of America wird die Firma künftig unter Sony Music Entertainment firmieren.
Das Joint Venture war im August 2004 gegründet worden. In jüngster Zeit ging das Geschäft vor allem mit CD aber rapide zurück.
Nach Abschluss der Transaktion wird Sony Music Entertainment zahlreiche Weltstars betreuen. Darunter sind Celin Dion, Alicia Keys, Yo-Yo Ma, Bruce Springsteen, Justin Timberlake, Usher und Jay Chou. Zu den Labeln zählen Arista Records, Columbia Records, Epic Records, J Records, Jive Records, RCA Records und Zomba. Außerdem haben die Unternehmen umfangreiche Fertigungs- und Distributionsaufträge für den Bertelsmann-Mediendienstleister Arvato vereinbart. Vorgesehen ist, dass die von Sony Music Entertainment verkauften CD für die nächsten sechs Jahre weiterhin zum Teil bei Arvato hergestellt werden.
"Wir sind überzeugt, dass Sony Music Entertainment unter der Führung von Sony vor einer großen Zukunft steht", sagte Hartmut Ostrowski, Vorstandschef von Bertelsmann. Die Entscheidung sei Teil der Wachstumsstrategie. Der Transaktion, deren Wert auf 1,5 Milliarden Dollar geschätzt wird, müssen noch zahlreiche Kartellbehörden zustimmen.
Bertelsmann wird sich künftig auf das Management von Musikrechten konzentrieren und übernimmt dafür ausgesuchte europäische Kataloge von Sony BMG im Rahmen des jüngsten Deals. Sie umfassen Werke von mehr als 200 Künstlerinnen und Künstlern. Designierter Chef von BMG mit Sitz in Berlin ist Hartwig Masuch. Bertelsmann-Finanzvorstand Thomas Rabe sieht in der Neuausrichtung eine große Chance. "Die Vielzahl neuer Verbreitungswege lässt die Nachfrage nach Musiknutzungsrechten steigen." Der Vertrieb der Kataloge laufe weiterhin über Sony Music, teilte Bertelsmann mit.
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