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Microsoft/Samsung: Der Coup gegen Google

Microsoft und Samsung schließen ein Patentabkommen und wollen kooperieren: Samsung muss dafür Patentzahlungen leisten.

        

Viele, viele bunte Smartphones. Sie laufen alle mit Android.
Viele, viele bunte Smartphones. Sie laufen alle mit Android.
Foto: dpa
Frankfurt –  

Es ist ein Coup der besonderen Art, er könnte die Karten in der Mobilfunkbranche neu mischen. Samsung macht mit Microsoft gemeinsame Sache und Google spricht von Erpressung.

Der Reihe nach: Im Zentrum steht Android, das wichtigste Betriebssystem für Smartphones, Android ist so erfolgreich, weil es unter dem Patronat von Google durch eine weltweite Entwicklergemeinschaft geschaffen wurde. Handyhersteller können es kostenlos nutzen.

Streit über Ideenklau

Die schnelle Entwicklung und Verbreitung war nur möglich, weil sich die Programmierer auch – sagen wir einmal – „inspirieren“ ließen, von dem was andere gemacht haben. Oft ist es enorm schwer zu entscheiden, ob es sich dabei um Ideenklau und Patentverletzungen handelt.

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Jedenfalls gibt es eine unüberschaubar große Zahl von Klagen und Gegenklagen in der Mobilfunkbranche, das alles dient letztlich nur dazu, die jeweilige Marktposition im harten Wettbewerb stärken zu wollen. Jeder gegen fast jeden, lautet das Motto. Aber eben nicht Samsung gegen Microsoft. Die beiden Giganten rauchen die Friedenspfeife, sie tauschen untereinander Patente aus, die Firmen dürfen das geistige Eigentum der jeweils anderen nutzen.

Noch viel wichtiger ist, dass Samsung sich bereiterklärt hat, Patentzahlungen wegen Android an Microsoft zu leisten. Das heißt: Die Südkoreaner erkennen de facto an, dass mit Android Patentrechte von Microsoft verletzt werden.

Experten mutmaßen, dass dies eine Kettenreaktion auslösen könnte und auch andere Handyhersteller demnächst für Android zahlen. Das würde diese Software verteuern, Android könnte ins Hintertreffen geraten.

Darüber ärgern sich Google-Manager natürlich maßlos. Denn das könnte die Mobilfunkpläne des Konzerns heftig durcheinander bringen. Der hat sich gerade die Mobilfunksparte von Motorola gekauft. Wozu? Um viele neue Android-Handys auf den Markt zu bringen.

Kein Wunder also, dass Google jetzt Microsoft Erpressung vorwirft. Es sei dieselbe Taktik wie immer, so ein Google-Sprecher. Microsoft schaffe es nicht im Smartphone-Geschäft erfolgreich zu sein, deshalb drohe das Unternehmen mit rechtlichen Schritten, erpresse so „Gewinne aus der Leistung anderer“ und bremse damit Innovationen. So ganz schlüssig ist diese Argumentation freilich nicht. Denn mit der „Leistung anderer“ ist Android gemeint, und da ist ja durchaus fraglich, wer von wem geklaut hat.

Raus aus der Abhängigkeit

Samsung jedenfalls geht mit dem Deal auf Nummer sicher. Der Konzern setzte bislang auf Android, doch nach dem Google-Motorola-Deal gibt es die berechtigte Befürchtung, dass Motorola bei Android-Neuerungen künftig bevorzugt wird.

Durch die Kooperation erhält Samsung Zugriff auf Microsofts Betriebssystem Windows Phone. Das ist eine Art strategischer Ausweg aus der Abhängigkeit von Android. Windows Phone und seine Vorläufer waren bislang allerdings ziemlich erfolglos, die Marktanteile der Software von Microsoft liegen deutlich unter der Fünf-Prozent-Marke. Das könnte sich durch die Koreaner nun ändern, denn die sind im Smartphone-Geschäft weit vorne. Das Modell Galaxy etwa gewinnt ständig Vergleichstests. Branchenkenner schreiben ihm eine deutlich größere Leistungsfähigkeit als dem iPhone von Apple zu.

Autor:  Frank-Thomas Wenzel
Datum:  30 | 9 | 2011
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