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Milchbäuerinnen: Hungerstreik beendet

Fünf Tage haben sie auf Nahrung verzichtet. Jetzt haben die Milchbäuerinnen ihren Hungerstreik beendet. Wahrscheinlich nicht zuletzt wegen der mahnenden Worte vom Bauernverband.

Horst Seehofer besuchte die streikenden Bäuerinnen in Berlin.
Horst Seehofer besuchte die streikenden Bäuerinnen in Berlin.
Foto: ddp

Berlin. Die Milchbäuerinnen wollen ihren Hungerstreik vor dem Bundeskanzleramt nach fünf Tagen beenden. Eine der Streikenden, die Bäuerin Steffi Butscher aus Fronreute im Allgäu, sagte am Sonntag in Berlin, sie habe eine Verantwortung für ihre Familie und ihre eigene Gesundheit. "Wir setzen unsere Gesundheit nicht aufs Spiel für die Kanzlerin."

Aus Protest gegen die niedrigen Milchpreise waren am Mittwoch sechs Milchbäuerinnen in den Hungerstreik getreten. Sie wollten damit einen "Milchgipfel" bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durchsetzen.

Am Sonntag protestierten nach Polizeiangaben rund 250 Landwirtinnen vor dem Kanzleramt gegen die Milchpreise. Der Bundesverband Deutscher Milcherzeuger (BDM) sprach dagegen von rund 1000 Teilnehmern. Unter dem Motto "Danke für Euer Engagement - wir holen Euch ab" unterstrichen sie erneut lautstark ihre Forderungen.

Kritik vom Bauernverband

Proteste der Milchbauern

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Selbst unter den Leidensgenossen war der Streik nicht kritiklos geblieben. Der Präsident des Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, distanzierte sich von der Protestaktion. "Solche Aktionen sind nicht Stil des Bauernverbands", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Er verstehe aber das Anliegen und die Emotionen, da die Lage am Milchmarkt dramatisch sei.

Sonnleitner forderte die Milchbauern auf, sich der Realität zu stellen. "Wir dürfen die Augen vor der Wahrheit nicht verschließen." Auch auf dem Milchmarkt herrschten zunehmend die Gesetze des Marktes, darauf müssten sich die Milchbauern einstellen. Die Forderung des Bundesverbands deutscher Milchviehhalter, künftig die Produktionsmenge europaweit flexibel der Nachfrage anzupassen, hält Sonnleitner für unrealistisch. Dafür gebe es in der EU keine Mehrheit. Die Verantwortung liege vielmehr bei den Milchbauern und den ihnen gehörenden Molkereien. "Sie müssen sich im Markt durchsetzen, da der Staat sich aus Marktordnungen zurückzieht." (dpa)

Datum:  17 | 5 | 2009
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