DER STREIK erreicht nach zehn Tagen endgültig den Verbraucher. Große Einzelhandelsketten rechnen für den heutigen Mittwoch mit den ersten ernsten Versorgungsausfällen bei Milchprodukten. Vor allem die Billiglinien sowie H-Milch dürfte nur noch schwer zu bekommen sein. Hamsterkäufe und von erbosten Bauern blockierte Molkereien haben die Lage erheblich verschärft.
KAUFLAND reglementiert den Verkauf von Milchprodukten: In den Läden der Kette darf jeder Käufer nur noch maximal einen Karton mit jeweils sechs oder zwölf Tüten Milch oder Becher Joghurt nach Hause nehmen.
LIDL erklärt, die Auswirkungen des Milch-Lieferstopps in Deutschland würden "allmählich spürbar". Molkereien hätten gemeldet, dass es keine vollständigen Milchlieferungen gibt.
BEI EDEKA zeichnet sich ein uneinheitliches Bild ab. Sprecher Alexander Lüders bestätigt, dass einige Geschäfte schon seit zwei Tagen Probleme hätten, während andere Edeka-Läden voll beliefert worden seien.
DER DISCOUNTER PLUS rechnet laut einer Sprecherin mit "punktuellen Ausfällen".
TENGELMANN erwartet ab Mittwoch Engpässe.
BEI REAL gibt es einem Sprecher zufolge bislang nur "in einzelnen Märkten und bei einzelnen Marken" Lücken.
NORDMILCH-Sprecherin Gogja Sönnichsen sagte, man habe die streikenden Bauern überzeugen können, die Blockade der zehn Werke zu beenden.
SCHWÄLBCHEN kündigte an, dass in der Nacht die Produktion wieder aufgenommen werde. Laut Geschäftsführer Günter Berz-List beteiligt sich etwa die Hälfte der Bauern am Ausstand. Der Bund deutscher Milchviehhalter (BDM) nennt bundesweit eine Beteiligung von 70 Prozent.
DER HAUPTVERBAND des deutschen Einzelhandels gibt vor allem der Blockade der Molkereien die Schuld an leeren Regalen. Sie seien illegal. Der BDM hatte an seine Mitglieder appelliert, die Sperrungen aufzuheben.
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