Paris. 80 Tonnen wiegt das Ungetüm mit Propellern - doch das ist gar nichts gegen die politische und ökonomische Last, die der Airbus 400M darstellt. Der "Lastwagen der Lüfte" droht seinen Hersteller EADS in die Verlustzone zu stürzen. Wirtschaftszeitungen wie Les Echos und La Tribune melden übereinstimmend, dass neue und massive Rückstellungen für den A400M nötig würden. Analysten schätzen , dass der Konzern heute einen Verlust von 43 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2009 melden wird.
Schuld daran sind die Zusatzkosten von 5,3 Milliarden Euro für den Militärtransporter. Dazu muss EADS 1,8 Milliarden beisteuern; die restlichen 3,5 Milliarden teilen sich die beteiligten Regierungen der vier Airbus-Herstellerstaaten Deutschland, Frankreich, England und Spanien sowie Belgien, Luxemburg und die Türkei. Den operativen Gewinn schätzen Experten auf rund 700 Millionen Euro für EADS, im Jahr davor waren es 2,8 Milliarden. Aber bis der A400 2012 in Serie geht, könnten noch einige Kosten zutage treten, wie die Erfahrungen mit dem A380 zeigen.
Obwohl die Margen schrumpfen, bleibt Airbus wie die übrigen EADS-Branchen Satelliten, Hubschrauber und Raketen ein Gewinnbringer. Umso schwerer fällt es großen EADS-Aktionären wie Daimler oder Lagardère, die Kröte A400M zu schlucken.
Konzernchef Louis Gallois rechtfertigt die Gesamtkosten von wohl nahezu 30 Milliarden Euro für die 180 Militärmaschinen mit dem Umstand, dass die europäische Luftfahrtindustrie den A400M brauche, um ihren Entwicklungsrückstand gegenüber der US-Konkurrenz bei den äußerst komplexen Armeeflugzeugen wettzumachen.
Die jüngste Einigung zwischen EADS und den sieben Auftragsstaaten sorgt auch bei deutschen Politikern für Unmut. Von den 3,5 Milliarden Euro könnten nach 2012 zwar 1,5 Milliarden zurückfließen, wenn der A400M über Europa hinaus exportiert würde. Die verbleibenden zwei Milliarden müssen aber von den sieben Vertragsstaaten getragen werden.
In Berlin verwahrten sich die Grünen am Montag dagegen, dass die Steuerzahler eventuell für die Mehrkosten aufkommen sollen. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Jürgen Koppelin meinte, in den soeben abgeschlossenen Haushaltsberatungen sei das Programm für den Militärtransporter nicht aufgestockt, sondern sogar um 100 Millionen Euro gekürzt worden.
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