Die spanische Regierung will die kriselnde Wirtschaft des Landes mit einem Milliarden-Programm in Gang bringen. Das Kabinett von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero verabschiedete einen 24-Punkte-Plan, der die spanische Wirtschaft produktiver und wettbewerbsfähiger machen soll.
Demnach will Madrid in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 20 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau und die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen ausgeben. Bereits im Juli hatte Spanien ein Konjunkturpaket im Umfang von 60 Milliarden Euro angekündigt.
Das neue Vorhaben ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums das umfangreichste Konjunkturprogramm in der Europäischen Union. Zapatero äußerte die Erwartung, dass Spanien in zwei Jahren wieder eine Wachstumsrate von mehr als drei Prozent erzielen werde.
"Wir gehen von einer leichten Rezession aus"
Der sozialistische Ministerpräsident hatte aufgrund der Krise seinen Urlaub unterbrochen und sein Kabinett zu einer Sondersitzung einberufen. Madrid reagiert auf eine Häufung negativer Konjunkturdaten.
Am Donnerstag meldete das Nationale Statistikamt für das zweite Quartal das geringste Wachstum seit Jahren. Zwar entwickelte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einem Anstieg von 0,1 Prozent besser als erwartet. Experten rechnen aber damit, dass Europas viertgrößte Volkswirtschaft unter anderem wegen einer hohen Arbeitslosigkeit und einer sinkenden Industrieproduktion abrutscht.
"Wir gehen von einer leichten Rezession im zweiten Halbjahr aus", sagte Susana Garcia von der Deutschen Bank. 2009 werde die Wirtschaft ebenfalls schrumpfen. Experten werfen Spaniens Regierung vor, zu lange auf ein Anhalten des Bau-Booms, auf günstige Kredite und Billigjobs gesetzt zu haben. Nach 14 Jahren Wachstum fehle es an anderen Triebkräften für die Wirtschaft. dpa/rtr
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