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15. Februar 2016

Mindestlohn: Studenten als Dumping-Löhner

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Teilweise bekommen Studenten weniger als 8,50€ pro Stunde.  Foto: dpa

Viele Hochschüler arbeiten für weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Eine Umfrage offenbart große geografische Unterschiede und beträchtliche Abweichungen zwischen den Geschlechtern.

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Rund 150 000 Studierende in Deutschland haben 2015 in Neben- und Gelegenheitsjobs weniger als 8,50 Euro pro Stunde erhalten und damit weniger als den gesetzlichen Mindestlohn. Dabei sind Frauen von gesetzeswidrigen Stundenlöhnen deutlich häufiger betroffen als Männer. Dies geht aus einer Umfrage der auf Studentenvermittlung spezialisierten Zeitarbeitsfirma Studitemps hervor, an der im Sommersemester 2015 deutschlandweit rund 50 000 Hochschülerinnen und Hochschüler teilnahmen.

Danach betrug der Anteil der unter 8,50 Euro dotierten Tätigkeiten im Bundesschnitt 8,4 Prozent. Am häufigsten wurden Verstöße gegen das Mindestlohngesetz aus Sachsen gemeldet, wo 13,5 Prozent der Hochschuljobber Stundenvergütungen von weniger als 8,50 Euro erhielten. Es folgten Mecklenburg-Vorpommern mit 11,4 und Baden-Württemberg mit 10,5 Prozent. Hessen liegt mit 6,8 Prozent im Mittelfeld. Im Saarland und in Hamburg halten sich die allermeisten Arbeitgeber an das Mindestlohngesetz: Dort wurden nur 3,6 und 4,4 Prozent der Studentenjobs schlechter entgolten als erlaubt.

Studentinnen benachteiligt

Dabei offenbart die Umfrage nicht nur geografische Abweichungen, sondern auch beträchtliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während von den männlichen Hochschülern bundesweit 6,7 Prozent mit Niedrig-löhnen unter 8,50 Euro abgespeist wurden, waren es unter den Studentinnen 9,6 Prozent. Damit ist die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen schon im Studium feststellbar.

Die von Arbeitgeberseite angeführten Gründe für die geschlechtsabhängige Lohnlücke – Babypausen und die Wahl schlechter dotierter Berufe – spielen für Nebenjobs im Studium aber offenkundig keine Rolle. Daraus folgt: Die unterschiedliche Bezahlung ist – zumindest auch – auf eine verbreitete Benachteiligung der Frauen zurückzuführen.

Wirkungslos blieb der Mindestlohn aber nicht. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bezahlung der angehenden Akademiker spürbar verbessert. Im Sommersemester 2014 wurden noch 22,2 Prozent aller Studentenjobs mit weniger als 8,50 Euro pro Stunde entlohnt. Ein Jahr später waren es 8,4 Prozent.

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