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Schuhindustrie boomt: Mit neuen Modellen gut zu Fuß

Die deutsche Schuhindustrie profitiert vom stärkeren Konsum. Sie kündigt höhere Preise für dieses Jahr an. Die Begründung: Steigende Kosten von Rohstoffen und höhere Löhne.

Schuhmesse GDS in Düsseldorf.
Schuhmesse GDS in Düsseldorf.
Foto: dpa

Die Schuhindustrie stimmt die Verbraucher auf steigende Preise ein: Zwischen drei und fünf Prozent würden die Produkte in diesem Jahr teurer, sagt Ralph Rieker, Vorsitzender des Bundesverbandes der Schuhindustrie (BDS), zum Auftakt der internationalen Branchenmesse GDS in Düsseldorf.

Einer der Hauptgründe dafür seien gestiegene Rohstoffpreise. So seien Rindsleder und Felle wegen des knappen Angebots und der starken Nachfrage innerhalb der vergangenen zwei Jahre doppelt so teuer geworden. „Historische Höchststände“ habe das Preisniveau für Lamm- und Kalbfell sowie hochwertiges Rindsleder mittlerweile erreicht, so der Verbandschef. Zudem seien die Löhne und Gehälter an allen Produktionsstandorten der deutschen Schuhindustrie 2010 gestiegen, allein in China um durchschnittlich 14 Prozent.

Klaus Abberger vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) hält es für wahrscheinlich, dass Schuhe dieses Jahr teurer werden. „Rohstoffe und Energie treiben die Preise“, so Abberger. „Wir gehen davon aus, dass die Schuhbranche einen Teil der Kosten auf die Kunden überwälzen wird.“ Von einem größeren Inflationsschub sei aber nicht auszugehen, meint er.

Schlecht geht es der deutschen Branche auf jeden Fall nicht: Sie setzte 2010 zehn Prozent mehr als im Vorjahr um und liegt damit in etwa wieder auf Vorkrisenniveau. Die Zahl der Beschäftigten in den rund 80 Unternehmen in Deutschland erhöhte sich leicht auf 10800. „Eine Erholung in dieser Geschwindigkeit hatten wir nicht erwartet“, sagt Rieker. Das rasante Tempo der Erholung habe dazu geführt, dass die Nachfrage nicht immer direkt erfüllt worden sei – in der Krise waren Produktions- und Logistikkapazitäten heruntergefahren worden. Von einer drohenden Schuh-Knappheit könne aber keine Rede sein, so Rieker. Inzwischen seien die Kapazitäten der deutschen Hersteller wieder zu 90 Prozent ausgelastet.

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Frauen die besten Kunden

Die Nachfrage in Deutschland war im vergangenen Jahr groß: Dazu hätten das früh einsetzende und kalte Winterwetter, aber auch der wieder anziehende Konsum beigetragen, erklärt Horst Heid, Geschäftsführer des Hauptverbands der Schuhindustrie in Offenbach. Er schätzt, dass Frauen 2010 im Schnitt rein statistisch fünfeinhalb Paare kauften, Männer schafften sich zweieinhalb an. Der Schuheinzelhandelsverband BDSE zeigt sich zufrieden und meldet ein Umsatzplus von knapp acht Prozent fürs vergangene Jahr.

Aber auch im Ausland waren Produkte von deutschen Herstellern wieder deutlich stärker gefragt: Die Ausfuhren stiegen im vorigen Jahr um 16,5 Prozent auf 172 Millionen Paar und machten die Einbußen aus dem Krisenjahr 2009 wieder wett. Die mit Abstand meisten Exporte gingen in EU-Länder, vor allem nach Polen (16 Prozent), gefolgt von der Slowakei, Österreich, den Niederlanden und Frankreich. Dagegen brachen die deutschen Exporte nach Russland erneut ein – um rund 25 Prozent. Umgekehrt wurden nach Deutschland mit 533 Millionen Paar so viele Schuhe importiert wie noch nie, vor allem aus China. Zum ersten Mal seit vielen Jahren wurden zudem wieder mehr Schuhe aus Italien eingeführt.

Für 2011 erwartet Rieker aufgrund der anhaltenden Krise des Euro und der unsicheren Situation in den arabischen Ländern nur noch einen leichten Umsatzzuwachs. Dabei setzt er vor allem auf die absehbare Erholung der ausländischen Märkte.

Autor:  Jutta Maier
Datum:  16 | 3 | 2011
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