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Mitarbeiter-Ideen bringen VW und Conti Millionen-Einsparungen

Das Hauptwerk der Volkswagen AG in Wolfsburg. Foto: Jens Wolf/Archiv
Das Hauptwerk der Volkswagen AG in Wolfsburg. Foto: Jens Wolf/Archiv

Hannover/Wolfsburg. Der Erfindergeist der Beschäftigten bringt Auto- und -Zulieferkonzernen wie Volkswagen und Continental immer höhere Millionen-Einsparungen. Bei dem Zulieferer und Reifenspezialisten aus Hannover waren es im vergangenen Jahr mehr als 120 Millionen Euro.

Wie Conti-Personalchefin Elke Strathmann am Montag berichtete, ließen sich die Ausgaben mit der Umsetzung von Mitarbeiter-Ideen an weltweit 126 Standorten im Vergleich zu 2010 um mehr als ein Fünftel drücken.

Auch für Volkswagen, BMW, Daimler und Bosch zahlen sich die Geistesblitze der Kollegen aus. Viele Unternehmen versuchen, mit Hilfe eines systematischen Ideen-Managements Kosten zu sparen, interne Abläufe zu verbessern und die Belegschaft zu motivieren.

Insgesamt wurden bei Conti 2011 etwa 310 000 Einzelvorschläge in die Tat umgesetzt. Unter den deutschen Werken lag Regensburg an der Spitze, im Schnitt kamen vier umgesetzte Ideen auf einen Kollegen. Im weltweiten Vergleich waren besonders die südkoreanischen Conti-Beschäftigten kreativ: Der Standort Icheon landete mit einer Pro-Kopf-Quote von 46 Einfällen ganz vorn. In Rubí (Spanien) waren es sogar 60 Vorschläge je Mitarbeiter. Weil auch andere Faktoren wie die tatsächliche Ersparnis in die Punktevergabe einfließen, hatten sich die Südkoreaner aber noch vor die Spanier geschoben.

Bei Volkswagen schlug sich der Ideenreichtum der Mitarbeiter ebenfalls in klingender Münze nieder. Der Autobauer sparte so im ersten Halbjahr 2012 knapp 60 Millionen Euro - über 30 Prozent mehr als Mitte 2011, wie VW bereits in der vorigen Woche mitgeteilt hatte. Fast 32 600 Verbesserungsvorschläge wurden eingereicht, zum Beispiel für einen effizienteren Einsatz von Lasertechnik in der Produktion. Die Tippgeber bekommen Prämienzahlungen. Im Gesamtjahr 2011 verdankte Volkswagen den Mitarbeiter-Ideen Einsparungen von 100 Millionen Euro.

Auch beim bayerischen Rivalen BMW ist das Anzapfen des eigenen «Ideen-Pools» ein zentrales Thema. «Bei der BMW Group betrugen die Einsparungen durch Mitarbeiter-Ideen im vergangenen Jahr 77,9 Millionen Euro», berichtete ein Sprecher am Montag. «Das waren 16 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte.»

Der schwäbische Konkurrent Daimler konnte in ähnlicher Weise auf mehr als 68 Millionen Euro an Ausgaben verzichten, 17 Millionen Euro an Prämien wurden für Mitarbeiter-Innovationen ausgeschüttet. Ebenso setzt der Autozulieferer und Technologie-Multi Bosch auf Gruppen- Intelligenz im eigenen Haus: 2011 belief sich das Sparvolumen auf rund 47 Millionen Euro, an Prämien flossen 9 Millionen Euro. (dpa)