Hätte es dieses Hinweises noch bedurft? Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat gefordert, dass die Telekommunikations-Unternehmen die Preise senken sollen. Daran dürften sie nicht vorbei kommen. Doch Lobbyisten warnen vor den Folgen.
Die Bundesnetzagentur jedenfalls hat die Voraussetzungen für Preisabschläge geschaffen. Es geht um die Terminierungsentgelte im Mobilfunk. Das ist das Geld, das die vier Netzbetreiber (Telekom, Vodafone, E-Plus, O2) für das Zustellen von ankommenden Gesprächen aus fremden Netzen zu den eigenen Kunden erhalten – die Telekommunikationsfirma des Anrufers zahlt dafür. Die Netzagentur will die Preise radikal senken, von knapp 3,4 Cent auf 1,85 Cent pro Minute. Von Dezember 2013 an sollen es sogar nur noch 1,79 Cent sein. In den nächsten Wochen wird darüber noch heftig diskutiert. Es sind nationale Konsultationen geplant, und die EU muss die neuen Tarife auch noch abnicken.
Als die Bonner Behörde den Mobilfunkern noch nicht auf die Finger schaute, stellten die Mobilfunker untereinander und den Festnetzbetreibern astronomische Summen in Rechnung. Es war so eine Art Selbstbedienungssystem der Großen in der Branche. Denn die hohen Entgelte gaben sie einfach an die Kunden weiter. Seit Mitte 2006 setzt die Netzagentur die Terminierungstarife fest, und das ist einer der Gründe für die massiven Verbilligungen sowohl bei Handy- als auch bei Festnetztarifen. Vor allem kleine Anbieter, die keine eigenen Netze betreiben, konnten sich seither im Großhandel günstiger mit Minuten-Kontingenten eindecken und diese an die Kunden preiswert verkaufen.
Aus der Branche kommt aber nun mit Macht der Einwand, dass niedrigere Terminierungsentgelte letztlich sogar kontraproduktiv seien. So werde Kapital aus der Branche abgezogen, das dringend für den Ausbau der Netze benötigt werde, um den Nutzern mobiles Internet mit hohen Übertragungsgeschwindigkeiten zu ermöglichen. Die Netzagentur hingegen verweist darauf, dass die Übermittlung von Sprache im Mobilfunk einen sinkenden Anteil an den Gesamtkosten der Mobilfunker ausmacht. Denn dank des Siegeszuges der Smartphones wächst das Volumen der Daten, die übertragen werden, exorbitant. In diese Infrastruktur wird deshalb massiv investiert. Die Sprachübertragung legt weniger stark zu. Das ist mit geringeren Investitionen zu stemmen, auch dank des rasanten technischen Fortschritts.
Dass geringere Terminierungsentgelte Umsatz und Profit der Mobilfunker schmälern, bestreitet indes niemand. Doch Experten gehen davon aus, dass die hiesigen Unternehmen dies verkraften können. Denn die Gewinnspannen der Netzbetreiber liegen noch immer ziemlich hoch. Zugleich gehen Experten davon aus, dass die Mobilfunker es sich gar nicht leisten können, ihre Investitionen in neue Datennetze zu stoppen – wegen der harten Konkurrenz. Ein Blick über die Grenzen zeigt denn auch, dass es bei den Terminierungsentgelten sogar noch Luft gibt. In Großbritannien oder Italien wird nur noch etwa ein Cent pro Minute berechnet. Spielraum für weitere Preissenkungen ist also da.
Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.
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22% | Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen. |
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67% | Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht. |
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11% | Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend. |

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