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Morgenbörse: Erste Zweifel am Rettungspaket

Immer mehr Ökonomen bezweifeln, dass der Spagat zwischen Sparen und Wirtschaftswachstum in Griechenland zu schaffen ist. Entsprechend verhalten reagieren die Börsen.

Ausblick auf die Börse.
Ausblick auf die Börse.
Foto: dpa

Es ist in dieser Schuldenkrise wie es immer ist: Kaum ist eine Maßnahme beschlossen, kommen erste Zweifel auf, ob diese auch ausreicht. Auch im Falle des beschlossenen zweiten Rettungspakets für Griechenland ist das so. Immer mehr Ökonomen melden sich zu Wort, die davon ausgehen, dass der Spagat zwischen Sparen und Wirtschaftswachstum nur schwer zu vollbringen ist.

Für besondere Irritationen sorgt dabei der Internationale Währungsfonds (IWF). Offensichtlich wird IWF-Chefin Lagarde das Engagement zu europalastig, weshalb sie forderte, den Rettungsschirm EFSF weiter auszuweiten. Das würde bedeuten, dass der IWF sein Engagement herunterfahren könnte. Schuldenschnitt falle stärker als geplant aus, weil zum Verzicht von etwas mehr als 50 Prozent der Forderungen die niedrigeren Zinsen der neuen Anleihen zugerechnet werden müssten. Daraus, so rechnen Anleger vor, ergebe sich ein Verzicht von bis zu 75 Prozent. Ein Trost bleibt, denn der Schuldenschnitt soll der letzte gewesen sein.

Märkte in Fernost ziehen an

Das alles bietet genügend Diskussionsstoff über den Tag hinaus, weshalb Griechenland wohl weiter das bestimmende Thema an den Börsen bleiben wird. Nach den Verlusten vom Vortag rechnen Händler erneut mit einem eher verhaltenen Start in den Aschermittwochshandel. Die Wall Street hatte fast unverändert geschlossen. Nach Börsenschluss belasteten überraschend schwache Zahlen des Computerkonzerns Dell die Stimmung. Im zurückliegenden Quartal hatte das Unternehmen den Umsatz um zwei Prozent gesteigert und daraus weniger erlösen können als prognostiziert worden war.

Asiens Börsen zeigen sich davon eher unberührt. Die Fernost-Märkte legen mehrheitlich zu. Vor allem der Anstieg des Dollar gegenüber dem Yen sorgt für gute Stimmung. Anleger setzen bei Erportunternehmen auf bessere Geschäfte. Im Devisenhandel zeigt sich auch der Euro von seiner starken Seite. Die Gemeinschaftswährung hält sich weiter oberhalb der Marke von 1,32 Dollar.

Iran-Konflikt spielt geringe Rolle

Im Frankfurter Börsengeschäft sorgen die Zahlen von Rheinmetall und Dialog Semiconductor für Abwechslung. Zahlen der France Teelcom sollten einen Seitenblick auf die deutsche Konkurrenz verursachen. Am frühen Nachmittag schaltet sich der US-amerikanische Computerkonzern Hewlett Packard in die Bilanzsaison ein.

Von der Konjunkturseite her dürften die aktuellen Daten zum US-Gebrauchtimmobilienmarkt nicht für zu große Wellen sorgen. Beobachter rechnen mit einem recht deutlichen Anstieg. Sehr viel börsenrelevanter dürften aber die Daten zur EU-Industrieproduktion sein.

Erstaunlich gering sind die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Börse. Dabei kratzt der Ölpreis bereits an alten Höchstmarken. Öl der Nordseesorte Brent könnte heute die Marke von 122 Dollar je Barrel überschreiten. Wie stark teueres Rohöl die Wirtschaft ausbremsen können haben vergangene  Preisauftriebe gezeigt. Im Moment allerdings findet das Thema auf dem Parkett keinen Platz.  



Autor:  Stefan Wolff
Datum:  20 | 9 | 2011
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