Mr. Opel darf sich als Sieger fühlen: Sein bevorzugter Investor Magna kann bei dem Autohersteller einsteigen. Der lange Kampf des Gesamtbetriebsratschefs von Opel hat sich gelohnt. Klaus Franz hat in dem harten Poker, in den ihn der Opel-Großaktionär General Motors (GM) gedrängt hat, die Nerven behalten.
Der wohl bestvernetzte Arbeitnehmervertreter Deutschlands hat hinter den Kulissen alle Register gezogen. Ironischerweise wurde sogar Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sein größter Verbündeter in dem Kampf, wenngleich die beiden allgemeinpolitisch größtenteils unterschiedliche Ansichten haben.
Noch am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Köln ist Franz ständig in Sachen Opel unterwegs. Kaum hat er am Tisch Platz genommen, rumort sein Handy und er eilt hinaus, um im Foyer engagiert und teils erregt mit dem Anrufer zu sprechen. Am Ende eilt er mit düsterer Miene zurück an seinen Platz. Läuft etwas schief? In Berlin oder in Detroit? Franz bleibt verschlossen.
Eine Spekulation jagt die andere, nachdem die Veranstaltung zu Ende ist. Opel wolle nun doch an GM festhalten oder den Beschluss weiter hinauszögern, heißt es. "Dann gibt es Ärger", sagt Franz. "Am Freitag ziehen wir nach Eisenach und bilden eine Menschenkette, um das Werk zu beschützen." Denn das wäre in diesem Fall mit Sicherheit gefährdet. Und: "Wir fordern wieder das volle Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wollen die auf Eis gelegte Tariferhöhung haben - und zwar sofort." GM würde das insgesamt 260 Millionen Euro kosten. In der Nacht zum Donnerstag schläft Franz kaum, kämpft morgens noch im Fernehen für eine Lösung mit Magna. Stunden später scheint er am Ziel zu sein.
Der Kampf ist damit noch nicht beendet. Denn Magna-Gründer Frank Stronach gibt sich zwar als sozialer Unternehmer, aber auch Magna wird den Rotstift ansetzen. Konflikte sind programmiert. Franz scheut sie nicht. "Etwas Schlimmeres als GM kann uns nicht passieren", hat er einmal gesagt.
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