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Nach Abwrackprämie: Schwächster Autoabsatz seit Wende

Kaum wird in Deutschland nicht mehr abgewrackt, schon geht das Horrorszenario der Experten in Erfüllung: So wenige Autos wie noch nie seit 1989 werden im Januar zugelassen. Dafür ziehen die Exporte an.

Der Autoabsatz im Inland fällt, dafür steigen die Exporte.
Der Autoabsatz im Inland fällt, dafür steigen die Exporte.
Foto: dpa

Flensburg/Frankfurt. Im Januar sind so wenige Neuwagen wie noch nie seit der Wiedervereinigung in Deutschland verkauft worden. Mit rund 181.200 Neuzulassungen liege das Ergebnis um 4,3 Prozent unter dem bereits schwachen Januar des Vorjahres, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag mit und präzisierte damit leicht abweichende Angaben des Verbandes der Importeure VDIK.

Hingegen zogen der Export und die Produktion in Deutschland kräftig an. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) berichtete, setzten die deutschen Hersteller im Ausland mit 264.500 Fahrzeugen 18 Prozent mehr als vor einem Jahr ab.

Anfang vergangenen Jahres hatte die Politik auf die Krise des deutschen Automarktes reagiert und die Abwrackprämie ins Leben gerufen. Diese bescherte der Branche 2009 einen Absatzrekord von 3,81 Millionen Neuwagen. Wegen vorgezogener Käufe befürchten Experten für 2010 allerdings negative Spätfolgen der Umweltprämie. "Seit Oktober 2009 sind mit dem Ausklingen der Umweltprämie die Neuzulassungen rückläufig", heißt es in der Mitteilung des KBA.

Der VDA hatte für das laufende Jahr einen Absatz von 2,75 bis 3,0 Millionen Fahrzeugen in Deutschland vorhergesagt. Nach VDIK- Einschätzung dokumentiert der Januar die prognostizierte Entwicklung und zeigt das "normale schwache Niveau" des Automarktes in Deutschland.

Für die deutschen Hersteller hat das Jahr im Inland laut KBA mit einem Fehlstart begonnen. Einzig die Marke VW konnte im Januar ein Absatzplus von knapp elf Prozent verbuchen und erreichte damit einen Marktanteil von 23,3 Prozent. Von allen anderen Marken mit großen deutschen Werken konnte sich nur Opel mit einem Minus von 5,2 Prozent halbwegs achtbar schlagen; dagegen verloren Audi, BMW, Mercedes und Ford zwischen 10 und 20 Prozent. Noch härter traf es den Sportwagenhersteller Porsche mit einem Rückgang von knapp 32 Prozent auf nur noch 845 neue Autos.

Gleichzeitig bestätigten die Januarzahlen aber die Wachstumserwartungen auf wichtigen Auslandsmärkten. Im Januar übertrafen die Bestellungen aus dem Ausland das Ordervolumen vom Januar 2009 um 38 Prozent, wie der VDA bekanntgab. Die Inlandsorder blieben hingegen um 16 Prozent hinter dem Vorjahresvolumen zurück.

Dank der verbesserten Nachfrage aus dem Ausland wurden in den deutschen Werken im Januar 362.700 Autos hergestellt - 17 Prozent mehr als Anfang 2009. VDA-Präsident Matthias Wissmann betonte: "Dank des guten Starts könnte die Pkw-Produktion 2010 aufgrund der anziehenden Auslandsmärkte und wegen weiterer Marktanteilsgewinne trotz des schwächeren Inlandsgeschäfts mindestens Vorjahresniveau erreichen." 2009 waren in Deutschland nach früheren VDA-Angaben knapp fünf Millionen Personenwagen produziert worden, 10 Prozent weniger als 2008. (dpa)

Datum:  2 | 2 | 2010
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