Die Firma Apple hat ihre beste Zeit hinter sich. Früher revolutionierte sie die Computerwelt mit quasi-religiösen Statussymbolen. Heute setzen die Kalifornier auf billig statt auf Klasse und zerstören damit die eigene Marke.
Verkraftet Apple den Tod seines Gründers?
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Verkraftet Apple den Tod seines Gründers?
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Als Steve Jobs Anfang 2010 das iPad präsentierte, war die Welt bei Apple noch in Ordnung. Jobs betrat einen abgedunkelten Raum mit einem riesigen Monitor, über Turnschuhen trug er ein schlichtes schwarzes Hemd. „Das Problem ist: Notebooks sind überhaupt nicht besser“, sagt er in einem Youtube-Video. „Sie sind langsam, sie haben schlechte Displays.“ Einen Moment lang genießt er den Applaus, dann zieht Jobs das neue Wunderding hervor.
Das iPad war ein klassischer Apple-Coup: lang erwartet, innovativ, besser als die Produkte der Konkurrenz. Teurer auch, aber bei Apple waren die Kunden immer bereit, mehr zu zahlen. Wegen der Optik, und weil es sich um fast schon religiös aufgeladene Statusprodukte handelte. Apple schuf den Porsche fürs Volk, ein Ding, das im Café neugierige Blicke auf sich zog.
Jetzt ist der Religionsführer Jobs tot, und es scheint, als habe er die Energie von Apple mit ins Grab genommen. Zu spüren war das zuletzt bei der Präsentation des neuen iPhone 4S am Dienstag. Der neue Apple-Chef Tim Cook bemühte sich bei seinem Auftritt zwar, möglichst nichts falsch zu machen. Sprach auf derselben kargen Bühne wie sein Vorgänger, trug dasselbe dunkle Hemd, lief genauso unruhig hin und her. Lobte die Produkte der Vergangenheit. Am Ende blieben allerdings die Pointen aus, und viele Zuhörer hatten das Gefühl, dass da eben nur eine Kopie auf der Bühne stand.
Das Fazit: Wer versucht, die Extravaganz eines Mannes wie Steve Jobs zu kopieren, muss scheitern - weil es zeigt, dass dem Kopierenden eben die Selbstsicherheit fehlt, die den Anderen ausgezeichnet hat. Visionen lassen sich nicht durch Reden über die Vergangenheit kompensieren, Innovation nicht durch die Vermeidung von Fehlern.
Produkte, die Steve Jobs berühmt machten
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Produkte, die Steve Jobs berühmt machten
Der Studienabbrecher Steve Jobs gründet 1976 mit dem Hewlett-Packard-Mitarbeiter Steve Wozniak zusammen die Firma Apple.
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Apple I (1976)
Apple’s erstes Produkt war ein von Steve Wozniak entwickelter Computer für Heimanwender, der aber noch nicht in großer Stückzahl produziert wurde. Steve Jobs war für die Vermarktung des Geräts verantwortlich.
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Apple II (1977)
Das Nachfolgemodell, der Apple II, ist der erste Mikrocomputer, der eine hohe Verbreitung fand. Für das Design war immer noch hauptsächlich Wozniak verantwortlich…
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Apple II (1977)
… während Jobs sich weiterhin um das Marketing kümmerte.
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Apple Lisa (1983)
Ein Besuch im Forschungszentrum von Xerox im kalifornischen Palo Alto inspirierte Steve Jobs zur Entwicklung des Apple Lisa. Es wurde der erste Personal Computer, der über eine Maus und ein Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche verfügte. Wirtschaftlich war der „Lisa“ ein Flop, nur wenige waren bereit den Preis von 10.000 US-Dollar dafür zu bezahlen.
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1984 stellt Jobs noch triumphal den Apple Macintosh, den ersten erfolgreichen Computer mit einer grafischen Bedienungsoberfläche vor.
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Der Erfolg der ersten Apple-Computer machte Jobs schnell zum Millionär - doch sein steiler Aufstieg findet ein abruptes Ende.
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1985 wird er aus seiner Firma gedrängt - von dem ehemaligen Pepsi-Cola-Manager John Sculley (Mitte), den er selbst auf den Chefposten geholt hat.
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NeXT Computer (1985)
Nach einem verloren Machtkampf verließ Steve Jobs Apple und gründete die Computerfirma NeXT, Inc. Die NeXT-Computer waren zwar nicht besonders erfolgreich, leisteten aber bedeutende Beiträge für die Fortschritte der Informationstechnologie, wie zum Beispiel die Entwicklung des ersten Internet-Browsers. Das Betriebssystem NeXTStep bildet heute noch die Grundlagen für das derzeitige Apple-Betriebssystem Mac OS X.
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Pixar (1986)
Parallel zu NeXT gründete Jobs mit Edwin Catmull auch noch das Computerzeichentrickfilm-Studio Pixar, Inc. Mit computeranimierten Filmen wie „Toy Story“ hatte die ehemalige Grafikabteilung von Lucasfilm ihren ersten großen Erfolg. Seit 2006 gehört Pixar zum Disney-Konzern. Jobs gehört seitdem zum Verwaltungsrat von Disney und ist mit sechs Prozent deren größter Einzelaktionär.
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iMac (1998)
Steve Jobs kehrte 1996 zurück zu Apple, ein zu diesem Zeitpunkt angeschlagener Konzern. Der Erfolg kehrte zurück mit der Einführung des iMac durch Jobs. Das „All-in-one“-Gehäuse mit dem radikal neuen Design und die einfache Bedienbarkeit des Geräts knüpfte an frühere Erfolge an.
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iPod (2001)
Der iPod war nicht das erste digitale und tragbare Medienabspielgerät, aber das erste erfolgreiche. Und er war außerdem der Wegbereiter für eine weitere Erfindung, die Steve Jobs sich auf die Fahnen schreiben kann…
Foto: strollers/Flickr
iTunes Store (2003)
Mit dem iTunes Store präsentierte Apple die erste bequeme Lösung, im Internet Musik zu kaufen. Bis zum Jahr 2008 war der Store der größte Einzelhändler für Musik in den USA.
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iPhone (2007)
Die Einführung des iPhone ist für die Entwicklung der mobilen Telefonie in etwa so wichtig gewesen, wie die Einführung des Macintosh für die Computer-Welt. Das US-Magazin Time wählte es zur „Erfindung des Jahres 2007“. Seine Touchscreen-Oberfläche und das Prinzip der Apps ist inzwischen Standard bei modernen Smartphones.
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iPad (2010)
Schon lange vor der Einführung des iPads gab es Tablet-Computer, auch von Apple. Doch keines wurde zu so einem Erfolg. Wieder einmal stellte Apple den Computer-Markt vom Kopf auf die Füße.
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Im August 2011 verabschiedet sich Jobs endgültig von der Konzernspitze - nach seiner Rücktritts-Ankündigung fällt der Wert der Apple-Aktie nach Börsenschluss in New York um 5,3 Prozent.
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Übernehmen soll das Ruder nun der langjährige Geschäftsführer Tim Cooks, doch auch Jobs bleibt dem Konzern erhalten: Er wird Chef des Apple-Verwaltungsrates.
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Blumen für den Apple-Mitbegründer: Steve Jobs starb am 5. Oktober 2011 nach langer Krebserkrankung im Alter von 56 Jahren.
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Trauer und Fassungslosigkeit bei den Fans - hier am Apple Store in der New Yorker West 66th Street.
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"Apple ist die allerbeste Frucht aller Zeiten. Danke Steve Jobs." Am Apple-Store in San Francisco hinterlassen die Fans Botschaften.
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Wie so viele Erfolgsgeschichten des Computerzeitalters beginnt auch die von Apple in einer Garage. Diese Garage in Kalifornien gehörte Jobs' Adoptiveltern, der 21-Jährige baute dort Ende der 70er seine ersten Computer und entwickelte bald eine für damalige Zeiten bahnbrechende Idee: Computer sollten so einfach werden, dass jeder sie im Alltag bedienen kann.
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Steve Jobs und Apple: Aus der Garage zum Weltkonzern
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Steve Jobs und Apple: Aus der Garage zum Weltkonzern
Trauer und Fassungslosigkeit bei den Fans - hier am Apple Store in der New Yorker West 66th Street.
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Am späten Mittwochnachmittag (Ortszeit) gibt Apple die Todesnachricht bekannt. Sofort versammeln sich Fans am Hauptquartier von Apple in Kalifornien.
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Im Park vor dem Hauptquartier legen sie Blumen und Botschaften ab.
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Weltweit verleihen Apple-Fans ihrer Trauer Ausdruck. Hier am Apple Store im kalifornischen Santa Monica.
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Das iPad war Jobs' Erfindung. Nun nutzen die Fans es für ihr Gedenken.
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Anerkennung via iPhone im Dolores Park in San Francisco.
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"Apple ist die allerbeste Frucht aller Zeiten. Danke Steve Jobs." Am Apple-Store in San Francisco hinterlassen die Fans Botschaften.
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Im August 2011 verabschiedet sich Jobs endgültig von der Konzernspitze - nach seiner Rücktritts-Ankündigung fällt der Wert der Apple-Aktie nach Börsenschluss in New York um 5,3 Prozent.
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Der Nachfolger Tim Cook tritt in große Fußstapfen.
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Jobs versammelt Top-Manager um sich, denen er vertraut, achtet stets auf ordentliche Gewinne und setzt seine Visionen gegen alle Zweifel durch.
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Bisweilen bringt ihm seine Vorgehensweise den Vorwurf ein, diktatorisch zu agieren. Doch der Erfolg gibt Jobs Recht.
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Immer mal tauchen auch Vorwürfe gegen Jobs auf, etwa den des Aktienbetrugs, oder dass er Konkurrenten mit Drohungen einzuschüchtern versuche - hängen bleibt davon aber weder bei ihm noch beim tadellosen Apple-Image etwas.
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1997 holt Apple den früheren Chef zurück - und der führt die Firma aus einer tiefen Krise.
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1984 stellt Jobs noch triumphal den Apple Macintosh, den ersten erfolgreichen Computer mit einer grafischen Bedienungsoberfläche vor.
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1985 wird er aus seiner Firma gedrängt - von dem ehemaligen Pepsi-Cola-Manager John Sculley (Mitte), den er selbst auf den Chefposten geholt hat.
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Der Erfolg der ersten Apple-Computer machte Jobs schnell zum Millionär - doch sein steiler Aufstieg findet ein abruptes Ende.
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Wie so viele Erfolgsgeschichten des Computerzeitalters beginnt auch die von Apple in einer Garage. Diese Garage in Kalifornien gehörte Jobs' Adoptiveltern, der 21-Jährige baute dort Ende der 70er seine ersten Computer und entwickelte bald eine für damalige Zeiten bahnbrechende Idee: Computer sollten so einfach werden, dass jeder sie im Alltag bedienen kann.
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Der Studienabbrecher Steve Jobs gründet 1976 mit dem Hewlett-Packard-Mitarbeiter Steve Wozniak zusammen die Firma Apple.
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Blumen für den Apple-Mitbegründer: Steve Jobs starb am 5. Oktober 2011 nach langer Krebserkrankung im Alter von 56 Jahren.
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Wenn Jobs auftrat, stiegen die Aktienkurse
Am Ende versagte auch das Produkt, weil es den Erwartungen des Publikums nicht gerecht wurde: Am Ende zog Cook kein neues iPhone aus dem Sack, sondern eben nur die schlecht verkaufte Neuauflage des Alten. Die ein revolutionäres Spracherkennungsprogramm hat, was aber relativ unbemerkt blieb. Die Aktienkurse sanken entsprechend während der Präsentation um fast fünf Prozent. Als Jobs noch die Produkte vorstellte, schnellten sie regelmäßig in die Höhe.
Gut möglich, dass Apple bewusst mit seiner bisherigen Strategie bricht und versucht, mit den iPhones ins Billigsegment der Konkurrenz vorzudringen. Von dort bekommt Apple starken Gegenwind – unter anderem von dem Smartphone-Hersteller Samsung, mit dem sich Apple einen juristischen Krieg um Patente liefert. In mindestens 23 Verfahren stehen sich die Konzerne gegenüber, berichtete die „Korea Times“. Kürzlich hat Apple erreicht, dass das Samsung-Tablet Galaxy Tab 10.1 in Deutschland nicht verkauft werden darf. Der Vorwurf: Das Tablet kopiere das Design des iPads. Amazon drängt ebenfalls mit einem eigenen Tablet auf den Markt, das nicht mehr als 200 Dollar kosten soll.
Falls Apple auf diesem Billigmarkt konkurrieren will, wäre das, als ob Porsche plötzlich Toyota Konkurrenz macht - Eine Erweiterung der Marke, die dem eigenen Ansehen nachhaltig schaden könnte wie Kleidermarken, deren Produkte im Supermarkt verramscht werden.
Apple wäre am Ende dieses Prozesses einfach nur noch Marke, nicht mehr Religion. Den einfachen Gläubigen wird das vermutlich nicht gefallen.