Frankfurt/Main. Nach dem Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa beginnt in dieser Woche die Suche nach einem Schlichter. Man werde am Dienstag mit der Lufthansa erstmals über konkrete Namen sprechen, sagte der Chef der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, am Montag in Frankfurt.
Ein Sprecher der Lufthansa äußerte Zuversicht, dass man bis Ende dieser Woche eine geeignete Person für die schwierige Aufgabe finden könne. Beide Seiten lehnten es ab, die in verschiedenen Medien kolportierten Namen zu kommentieren. Wer früh genannt werde und sich möglicherweise auch schon zum Thema äußere, könne schnell verbrannt sein, meinte Baublies.
Für den Posten sind Medienberichten zufolge unter anderem Ex-Bundespräsident Horst Köhler und der FDP-Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher im Gespräch. Genscher hatte bereits 2001 einen Tarifkonflikt mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geschlichtet. Auch der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi war bereits als Schlichter bei der Lufthansa tätig.
Bis auf weiteres wird der Flugverkehr von dem Arbeitskampf nicht in Mitleidenschaft gezogen. Es ist ein Schlichtungsabkommen geplant, dass der Gewerkschaft für diesen Zeitraum eine Friedenspflicht auferlegt. Mit einem schnellen Abschluss rechnet Baublies nicht. «In sechs Wochen ein Ergebnis zu haben, ist ein ehrgeiziges Ziel», sagte der Ufo-Vorsitzende. Lufthansa wollte sich nicht auf einen Zeitrahmen festlegen.
Lufthansa und Ufo hatten sich am Freitag nach dem heftigsten Streik in der Geschichte der Fluggesellschaft auf eine Schlichtung geeinigt. Mehr als die Hälfte der ursprünglich 1800 geplanten Flüge waren in Folge der dritten Streikwelle der Flugbegleiter ausgefallen, mehr als 100 000 Passagiere waren betroffen.
Lufthansa hatte einseitig erklärt, den Einsatz von Leihstewardessen zu beenden und war damit auf eine der Kernforderungen der Ufo eingegangen. Umstritten bleiben Entgelte und Tarifstruktur sowie die geplante Gründung einer internen Billigtochter. Seit Samstag läuft der Flugbetrieb der Lufthansa wieder weitgehend planmäßig. (dpa)
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