Roms schwarze Freitage
Irgendwann sollte man sich daran gewöhnt haben. An das Chaos, das die Römer beschönigend Verkehr nennen. Daran, dass man immer im Stau steht. Weil fast jeder fast immer mit dem Auto fährt. Dabei wurde das öffentliche Verkehrsnetz in den vergangenen Jahren um ein paar Busspuren bereichert. Und es ist billig: Für einen Euro kann man 75 Minuten in jede Richtung fahren. Dicht ist das Netz aber nur in der Innenstadt, und dort wohnen wegen der astronomischen Preise nur noch die wenigsten. U-Bahn-Linien? Es gibt nur zwei. Der Bau der dritten liegt Jahre hinter dem Zeitplan. Elf Tage im Jahr, so eine neue Statistik, verbringt deshalb jeder Römer im Auto. Das entspricht 260 Stunden oder 32,5 Acht-Stunden-Tagen am Steuer. Dabei ist Rom, verglichen mit anderen Hauptstädten, gar nicht so groß. Besonders schlimm sind die Freitage. Freitags wird in ganz Italien gern gestreikt, vor allem in Rom. Mindestens einmal im Monat. Wenn es gutgeht, sind es nur die öffentlichen Verkehrsbetriebe, von 9 bis 17 Uhr, und kein Generalstreik. Selbst dann kommt die Stadt zum totalen Stillstand. Aber auch daran sollte man sich irgendwann gewöhnen. (kd)
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