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Neue GfK-Studie: Spar-Debatte trübt Konsumlaune nicht

Die Verbraucher in Deutschland lassen sich auch von der Debatte um das Sparpaket die Konsumlaune nicht verderben. Viele Haushalte hätten im Juni beim Konsum sogar noch zugelegt, freut sich die GfK.

Nürnberg. Die Verbraucher in Deutschland lassen sich auch von der Debatte um das Sparpaket die Konsumlaune nicht verderben. Viele Haushalte hätten im Juni beim Konsum sogar noch zugelegt, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch in Nürnberg mit.

Dabei sei vielen Haushalten bewusst, dass sie wegen der Einschnitte künftig den Gürtel enger schnallen müssten; viele Haushalte rechneten über kurz oder lang mit geringeren Einkommen, berichteten die Konsumforscher unter Berufung auf entsprechende Verbraucherumfragen.

Zwist

Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer G20 wollen bei ihrem Gipfel Ende dieser Woche vor Selbstgefälligkeit im Kampf gegen die Wirtschaftskrise warnen. In einem Entwurf der G20-Erklärung, der Reuters am Mittwoch vorlag und auf den 11. Juni datiert ist, heißt es, die Erholung bleibe fragil und ungleichmäßig. "Die haushaltspolitischen Herausforderungen in vielen Ländern sorgen für Volatilität an den Märkten, könnten die Erholung ernsthaft gefährden und die Aussichten für das langfristige Wachstum schwächen", heißt es in dem Entwurf.

Der Formulierung spiegelt den offenen Streit innerhalb der G20 über den richtigen Weg aus der Krise wider: Während Deutschland vor allem das hohe Defizit mit einem Sparkurs in den Griff bekommen will, plädieren die USA für weitere Konjunkturprogramme zur Stabilisierung der konjunkturellen Entwicklung. Der Entwurf dürfte bei dem Treffen in Kanada von Freitag bis Sonntag heiß diskutiert und noch überarbeitet werden. (rtr)

In der Gesamtschau zeichne sich für den Juli ein ähnlich gutes Konsumklima wie im Juni ab. Der GfK-Konsumklimaindex werde deshalb - gemessen an der ermittelten Verbraucherstimmung - im Juli bei einem Wert von 3,5 Punkten stagnieren.

Verunsichernde Diskussion

Zwar verunsicherten die Diskussion um steigende finanzielle Belastungen wegen des Sparpakets viele Bürger. Dem stehe aber eine wachsende Zuversicht wegen der sich erholenden Wirtschaft und der geringen Inflation gegenüber, geben die Nürnberger Konsumforscher zu bedenken.

Bei vielen Verbrauchern wachse das Vertrauen in die Konjunktur. Dazu tragen nach GfK-Einschätzung nicht nur die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt bei, sondern auch der niedrige Euro-Kurs, der bei den exportorientierten Branchen für Aufwind sorge. Der entsprechende Indikator steige daher um 1,6 auf nun 5,5 Punkte. Das sind gut 28 Zähler mehr als vor einem Jahr.

Ungleich stärker als die Konjunkturerwartung hat sich im Juni die Anschaffungsneigung verbessert. Der entsprechende Wert stieg um 12,3 Punkte auf nun 30,4 Zähler. Das sei der höchste Wert seit September 2009, betonen die Konsumforscher.

Eine kleine Sonderkonjunktur

"Dieser Anstieg unmittelbar vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft könnte eine Indiz dafür sein, dass das größte Sportereignis der Welt auch in Deutschland - zumindest in einigen Branchen - eine kleine Sonderkonjunktur verursacht", betont die GfK.

Dagegen bleiben viele Verbraucher beim Blick auf ihre eigene Einkommenslage weiterhin skeptisch. Sowohl die Sparpaket-Debatte als auch die Pläne für eine Kopfpauschale im Gesundheitswesen lassen viele Verbraucher zusätzliche Belastungen befürchten. Entsprechend kalkulierten sie in der Zukunft mit einem sinkendem Einkommen. Der Wert für die Einkommenserwartung sei daher zum zweiten Mal in Folge kräftig gesunken - und zwar um 15,5 auf 8,2 Punkte. Trotzdem liege der Index noch immer gut elf Zähler über seinem entsprechenden Vorjahresstand, gab die GfK zu bedenken.

Die deutsche Baubranche erwartet indes, 2011 schon wieder in eine Krise abzurutschen. Der Zentralverband des Baugewerbes (ZDB) rechnet 2011 mit einem spürbaren Umsatzminus. Präsident Hans-Hartwig Loewenstein kritisierte eine "Rotstiftpolitik der Bundesregierung". Indem sie die Förderung der Gebäudesanierung als Teil des Sparpakets um rund 700 Millionen Euro kürze, gingen auch etwa 3,5 Milliarden Euro an privaten Investitionen verloren. Jeder Euro staatlichen Zinszuschusses löse das Fünffache an Investitionen aus. (dpa)

Datum:  23 | 6 | 2010
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